HVOB Rocco Artwork

HVOB – Rocco

Am 15. März dieses Jahres erschien HVOBs drittes Studioalbum Rocco auf Vinyl und CD. Wer sie kennt, weiß vor allem eins: Von Album zu Album werden sie virtuoser; der musikalische Weg, den sie einschlagen, ist unvorhersehbar.

Schon die am 28. September des letzten Jahres erschienene EP Eraser/Zinc war ein Vorbote, dass eingefleischte HVOB-Fans bei dem neuen Album auf ihre Kosten kommen werden – und doch mit etwas komplett Neuem rechnen können. Doch schauen wir erst einmal zurück ins Jahr 2013: Das Wiener Produzenten-Duo HVOB – was für „Her Voice Over Boys“ steht – veröffentlicht ihr erstes, gleichnamiges Studioalbum auf Oliver Koletzkis Label „Stil vor Talent“. Der Name ist Programm: Zusammen produzieren Anna Müller und Paul Wallner zu dieser Zeit noch düsteren Deep House mit viel Piano und poppigen Elementen, der von ihrer naiv-lethargischen Stimme veredelt wird.

Der schon letztes Jahr als Vorbote des neuen Albums veröffentlichte Song „Eraser“ hat alles, was ein HVOB-Track braucht: tiefe, endlos erscheinende Basslines, einen tanzbaren House-Beat, ruhige Breaks und Anna Müllers bezaubernde Stimme.

Binnen kürzester Zeit entwickeln sie sich zu einem der vielversprechendsten Newcomer im Bereich der elektronischen Musik, nicht zuletzt durch ihre Live-Auftritte auf den großen Festival-Bühnen. Ihr zweites Album Trialog (2015) ist ein Kunstprojekt, das einen Austausch zwischen den drei Disziplinen Musik, Video und Installation schafft. Musikalisch bewegt es sich eindeutig in eine elektronischere, melancholischere Richtung. Die darauffolgende Platte Silk (2017) ist ein Nebenprojekt und eine Kollaboration mit dem Leadgitarristen von Mumfords & Sons Winston Marshall, das ruhiger, gesangslastiger und dialogisch konzipiert ist, aber dennoch eindeutig
HVOBs Stempel trägt.

Auch in den Musikvideos spiegelt sich das Motiv Vergänglichkeit wider: „Bloom“ zeigt in bewegenden Bildern eine verlassene abchasische Stadt am Schwarzen Meer und ihren bittersüßen Verfall.

Rocco ist ein Kahlschlag an all dem, und fügt sich doch in dieses Relief ein. Der Longplayer ist höchst aufwendig und vielschichtig produziert; durch das Album ziehen sich die Themen Loslassen, Verabschieden und Neuanfang. Schon der Opener „2nd World“ lässt erahnen, dass
HVOB letztes Jahr zusammen mit Bonobo auf der Bühne standen. Viele Tracks sind in Teilen kaum tanzbar, melancholisch, mit tiefen, atmosphärischen Basslinien, wohingegen Titel wie „Eraser“ in gewohnter Tender-Skin-Manier für den klassischen HVOB-Sound, -Stil und -Aufbau stehen. Spätestens wenn jedoch beim vierten Titel „Butter“ die rohe Bassdrum einsetzt, die wenig später von verzerrtem Rauschen begleitet wird, ist klar: Das ist auch ein Techno-, und auf keinen Fall ein Pop-Album! Dabei geht nichts von HVOBs einzigartigem Deep-House-Sound verloren – vielmehr erweitern sie ihr Repertoire und schaffen so einen Longplayer, der noch einmal neue Maßstäbe in ihrem musikalischen Schaffen setzt.

Der Opener des neuen Albums „2nd World“ steht für die neue, ambientorientierte Seite des österreichischen Produzentenduos HVOB.

HVOB spielen eine ausgedehnte Konzerttour im Rahmen des Releases ihrer LP Rocco:
APRIL:
11 Cologne / Live Music Hall
12 Amsterdam / Paradiso Noord
13 London / Electric Brixton
14 Utrecht / De Helling
16 Brussels / AB Box
18 Hamburg / Docks
19 Berlin / Funkhaus Shedhalle
20 Berlin / Funkhaus Shedhalle
21 Leipzig / UT Connewitz
23 Warsaw / Progresja
25 Prague / Roxy
26 Budapest / Akvárium
27 Graz / Orpheum
28 Munich / Muffathalle

MAI:
04 Beirut / THE GRAND FACTORY
09 Manchester / GORILLA
10 Glasgow / THE GARAGE
16 Copenhagen / VEGA
11 Bristol / MARBLE FACTORY
17 Brno / Špilberk CASTLE
18 Moscow / 16 TONS CLUB
24 Kyiv / ATLAS
JUNI:
15 Istanbul / ZORLU PSM
29 Vienna / ARENA OPEN AIR

Webpage HVOB
SoundCloud HVOB

Henrik Willun

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