Elderbrook – 28.03.2019 – Köln, Luxor

Das Luxor, ein kleiner Konzertclub am Rande des Kölner Studentenviertels, füllt sich schnell. Viele junge Pärchen und Doppel-Date-Gruppen strömen in das Gebäude, es verbreitet sich ein Geruch von grüner Zitrone und Taurin, fleißig werden Selfies geschossen, das gedämmte Licht wird angereichert durch Blitzlichtgewitter. Unterhaltungstechnisch steht der Abend ganz im Zeichen der One-Man-Shows und pumpenden Bässe: So wird das Vorprogramm von Moglii gestaltet, einem Kölner Produzenten, der mit Gesang, Synthesizern und allerlei weiterem elektronischen Equipment die gut gelaunte Meute schon einmal in Stimmung bringt.

Elderbrooks Stärke im Luxor sind die basslastigen und bekannteren Stücke – “Bird Song”, “Cola”, “Old Friend” und “How Many Times”.

Als nach ziemlich genau einer Stunde dann Elderbrook die Bühne betritt, ist euphorisches Gekreische zu hören, die ersten Smartphones schnellen in die Luft, der Instagram-Livestream-Button steht auf Alarmbereitschaft. Die Bühnendekoration ist denkbar schlicht: Nur eine Reihe Deckenstrahler, die die Farbe verändern, beleuchten Elderbrook, sonst ist auch er lediglich in Gesellschaft seiner elektronischen Instrumente. Er öffnet mit dem „Bird Song“, der vierte und letzte Track seiner neuen EP, melancholisch, mit trancigen Synths und four-to-the-floor-Beat. Vorne wird getanzt, hinten wird fleißig mitgewippt.

Einige seiner Lieder mixt Elderbrook ineinander, nach anderen gibt es lauten Beifall und eine kurze Verschnaufpause, in der er hastig einen kräftigen Schluck Wasser nimmt. Den braucht er auch: Das Instrumentarium bedient er euphorisch und höchst konzentriert. Dabei hüpft er stetig energetisch herum und singt auch die hohen Partien höchst souverän und sauber. Elderbrooks Stärke sind eindeutig die basslastigen, housigen Stücke; bei den seichteren Popsongs flacht die Stimmung etwas ab.

Die Höhepunkte bilden kurz nach der Hälfte des Konzerts Elderbrooks EP-Titeltrack „Old Friend“, der in Deutschland sogar Einzug in die Playlists einiger Radiostationen gehalten hat, und der für diesen Abend letzte und wohl bekannteste seiner Songs „Cola“, eine Kollaboration mit dem britischen DJ-Duo CamelPhat. Obwohl das Luxor mit einer satten Anlage und voll aufgedrehtem Sound besticht, hört man das Publikum motiviert mitsingen. Ein persönliches Highlight ist die Performance des Songs „How Many Times“ im Andhim-Remix – ein Sommerhit aus dem Jahr 2015, dem Elderbrook seine Stimme lieh, aber den die meisten im Publikum wahrscheinlich nicht mehr kennen werden.

Weitere Tourdaten für Deutschland:
02. April 2019 – Frankfurt, Zoom
03. April 2019 – Hamburg, Waagenbau
19. bis 21. Juli 2019 – Ferropolis, Melt Festival

Hier lest ihr ein Interview, das wir im Rahmen seiner Konzerttour mit Elderbrook geführt haben.
Hier könnt ihr Elderbrooks Soundcloudprofil sehen.

Copyright Foto: Elderbrook / PR.

Henrik Willun

About author

Henrik Willun