ClickClickDecker – Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten

Das eigentliche Solo-Projekt ClickClickDecker ist zum Trio und dabei zu einer mehr als ausgereiften Band geworden. Beruhigende Musik mit ganz viel Liebe ins Detail hat Kevin Hamann zusammen mit seiner Live-Besetzung in den Studios Nordeutschlands eingespielt.

Es gibt wohl kaum eine deutschsprachige Band, die besser geeignet ist fürs sonntägliche Plattenlauschen. Das deutsche Pendant zu Sufjan Stevens ist ClickClickDecker damit nicht, aber sie liefern auf dem neuesten Album entspannte Instrumentierung, geistreiche Texte und viel Raum fürs Nachdenken über das was einen die Woche über so bewegt hat. Gefühlvolle und detaillierte Singer-Songwriter Musik schreibt Kevin Hamann seit mehr als zehn Jahren, doch mit diesem Album soll sich etwas verändern. Denn die Besetzung der Studioband wächst und gibt dem sechsten Studioalbum von ClickClickDecker einen kräftigeren allumfassenden Sound.

“Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten” wurde zusammen mit Oliver Stangl und Sebastian Cleemann, der Schlagzeuger der eigentlich Teil der Live-Band ist, in Hamburg, Berlin und in einer ehemaligen Dorfschule in Nordfriesland eingespielt. Dabei nahm sich die Besetzung ordentlich Zeit, die Songs zu arrangieren, da wird sogar das Knarren der Bodendielen mit aufs Album aufgenommen, einfach weil es zum Konzept passt. Schon die erste Singleauskopplung “Mandelika” ist auf positive Art und Weise speziell, weil die Band Platz für ein schönes Orgelintro lässt.

Was uns Kevin Hamann in seinen Texten genau erzählen will, wird oft nicht ganz klar, aber es sind auf jeden Fall die alltäglichen Dinge, mit denen sich der Songwriter auseinandersetzt. Hamann selbst meint in der Albumankündigung dazu: „Wir befinden uns in einer Zeit, in der man sich an Kleinigkeiten aufgeilt, andererseits können sie einen auch total abfucken.“ Diese Kleinigkeiten, die er aufgeschnappt hat, beschreibt er in seinen Songs, wie “Bielefeld” oder “Palmaille” gut und bastelt so um die Musik herum unterhaltsame Collagen von Alltagsproblemen.

Neben der Kleinigkeiten die uns im Alltag bedrücken, behandelt Kevin noch ein sehr persönliches Thema. Depression. Im Song “Schreckmensch”, der nur aus drei Textzeilen besteht, geht der Sänger offen und ehrlich mit dem um was er während des Entstehungsprozess vom neuen Album durchgemacht hat. Eines der weiteren Highlights der Platte ist das fast schon nach Indie-Rock-klingende “Festschwimmen”, den Instrumenten wird hier sehr viel Raum zur Klanggestaltung gelassen. Es kommt dann auch nicht mehr überraschend, dass die dreiköpfige Band das Album mit einem Knall in “Fast nie eigentlich immer” perfekt abrundet.

 

ClickClickDecker – „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten“ Tour 2019

07.03.2019 Berlin, Funkhaus
08.03.2019 Leipzig, Neumanns
09.03.2019 Nürnberg, Club Stereo
10.03.2019 München, Kranhalle
11.03.2019 Wiesbaden, Schlachthof
12.03.2019 Oberhausen, Druckluft
13.03.2019 Köln, Artheater
14.03.2019 Bremen, Tower
15.03.2019 Hannover, Lux
16.03.2019 Hamburg, Knust

Bildquelle: Pressefreigabe

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Daniel Guggeis

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