Fox and Bones – 03.11.2018 – Köln, Lichtung

Das amerikanische Folk-Duo Fox and Bones machte am 3. November in Köln mit einem Konzert in der Lichtung Halt auf seiner Europa-Tour. Neben einem sehr schönen Konzert bescherten Sarah Vitort und Scott Gilmore den Zuschauern Einblicke ins Tour- und Songwriterleben.

Konzept und Authentizität

„Fox and Bones are the modern day Bonnie and Clyde, if Bonnie and Clyde had driven a Volvo and played folk-pop music,” lautet es auf der Hompage des Duos. Fox stellt den einen und Bones den anderen fiktiven Charakter dar, von deren Geschichten die Stücke der Band erzählen. Mit der Idee eines Konzeptalbums starteten Sarah Vitort und Scott Gilmore. Diesen Hintergrund erklärte Sarah Vitort zwar, dennoch entstand nicht der Eindruck, die beiden präsentierten ihre erfundenen Persönlichkeiten. In erster Linie waren sie an diesem Abend ein junges Paar, das zusammen Musik macht und damit durch kleine Clubs in Europa tourt. Als ebensolches kamen sie sehr gut an.

Zwei schöne Gesangsstimmen mit breitem Spektrum, eine Gitarre sowie ein paar kleine Rhythmus-Accessoires – mehr brauchen die zwei Musiker aus Portland nicht, um ihr Publikum zu begeistern. Dass in der Lichtung, die sich in der Kölner Südstadt befindet, sogar ein Klavier zur Verfügung steht und dieses zudem auch noch gut gestimmt ist, nahmen die zwei gerne an. Nicht oft biete sich ihnen die Gelegenheit, ihre Piano-Songs auf Tour zu spielen, berichtete das Duo, das in seinen Anfangstagen sogar ein einziges Mikrofon gemeinsam benutzt hatte. So kamen die Besucher an diesem Abend in den Genuss von ursprünglich für das Klavier vorgesehenen Liedern sowie auch von solchen, bei denen spontan von der Gitarrenbegleitung zum Klavier gewechselt wurde.

Life on the road

Anekdoten wie, dass sie einst vor einem Konzert in der Lichtung Jetlag-geplagt auf der Couch in dem Kulturcafé eingeschlafen waren, übermüdet im Elektromarkt Saturn einen ganzen Film auf dem Ausstellungsfernseher angeschaut hatten oder vom vermeintlich vermissten Tourwagen auf der Raststätte bringen die Gäste zum Schmunzeln. Ohnehin zeigten sich die zwei Musiker kommunikativ und waren in der Pause zwischen den zwei Sets, die sie spielten sowie nach dem Konzert an ihrem kleinen Merchstand zu finden.

Die Songs an diesem Abend umfassten hauptsächlich eigene Stücke, zu denen es oft auch etwas zu erzählen gab. So sei etwa „Roads“ vom aktuellen Album Better Land als „tribute to life on the road“ zu betrachten. Das ebenfalls vom in diesem Oktober erschienen Album stammende Stück „Reckless” sei im US-Bundesstaat Montana geschrieben worden, der Song „Little Animal“ entstand auf der letzten Tour in einem Hotelzimmer zwischen Ausruhen und dem Anschauen der Serie „Stranger Things“. Außerdem wäre da noch der inoffizielle Hochzeitssong, wie sie ihn bezeichnen: Häufig habe man sie gebeten, „Chances“, der von dem Langspieler The Remarkable Adventures Of Fox and Bones stammt, bei Hochzeiten oder Heiratsanträgen zu spielen. Ein solcher Antrag hatte im Umkleidebereich eines Kleidergeschäftes stattgefunden, bei dem sich eine fremde Kundin dann nicht nur unverhofft mitten in einem Heiratsantrag sondern auch mitten in einem Auftritt von Fox and Bones wiederfinden musste.

Kölsch muss sein

Zusätzlich zu den eigenen Liedern wie „Bones“, dem ersten gemeinsamen Stück, oder auch „Intro“, mit dem das Album The Remarkable Adventures Of Fox and Bones beginnt, gaben die Künstler Cover-Songs wie Gnarls Barkleys „Crazy“ und Bob Dylans „Meet me in the morning“ zum Besten. Zum Schluss des Konzertes wurde das Publikum von Fox and Bones aktiv in den Prozess des Songschreibens eingebunden. Zu dem Stück „Lay You Down“ forderten sie auf, Begriffe zuzurufen, die sie dann inklusive Reim einbauten. Das schafften sie auch mit „Krankenhaus“ und „Kölsch“ – der Lokalpatriotismus darf nicht fehlen – und sorgten für Erheiterung und Beifall. Nur ob diese Textzeilen weitere Verwendung finden werden bleibt fraglich, ist aber auch nicht unbedingt zu hoffen. Interessant wäre es wohl zu wissen, was in anderen Spielstätten aus dem Song geworden ist oder noch werden wird. Auch wen das nicht zu genügend Neugier treibt, musikalisch lohnt sich der Besuch eines Konzertes von Fox and Bones allemal.

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Foto: Stefanie Zerres

Stefanie Zerres

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