Mini Rock Festival – 02.-04.08.2018 – Horb am Neckar

Am vergangenen Wochenende öffnete der Horber Festplatz zum 14. und letzten Mal seine Festivaltore für das Mini Rock Festival.

Die Location

Eine Stadt im Schwarzwald mit einer historischen Altstadt und einer wunderschönen Lage am Neckar, umgeben von viel Grün, bildete die Kulisse des Festivals. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung 2005 auf Wunsch einiger Jugendlicher. Genau von diesen und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern wurde die Veranstaltung all die Jahre organisiert. Damals noch als „Mini Rock“-Festival. Mittlerweile ist das “mini” gar nicht mehr so mini. Von mehreren tausenden Besuchern, einem voll belegten Campingplatz und zwei Festivalbühnen an einem Drei-Tage-Festival mit Rahmenprogramm und Aftershowparties bis spät in die Nacht ist hier mittlerweile die Rede.

Aufgrund immer steigender Sicherheitsvorschriften, Platz,- und Zeitmangel der ehrenamtlichen Helfer wurde entschieden das Projekt in Zukunft einzustellen. Halbe Sachen wollen hier nicht gemacht werden. Das Festival soll schließlich in positiver und unvergesslicher Erinnerung bleiben.

Das Wetter

Temperaturen, die auf bis zu 38 Grad Celsius kletterten, ließen Festivalbesucher und -helfer in der Sonne schwitzen. Warum sich also nicht eine kleine Abkühlung im Neckar gönnen? Offiziell ist dies verboten, doch davon ließen sich die Besucher nicht abhalten. Über ein paar Steine geklettert, konnten immerhin die unteren Extremitäten in das kühle Nass gehalten werden. Einige Mutige ließen sich auf einem Einhorn den Neckar hinabtreiben. Genießer tranken ihr Bier in einem kühlen F(l)ussbad gemütlich im Campingstuhl. An den Wasserstellen konnte sich ebenfalls kurz erfrischt werden. Die hiesige Feuerwehr sorgte für spritzige Erfrischungen während der Nachmittagskonzerte.

Das Line-Up

Die Macher des Mini-Rock-Festivals hatten schon immer ein gutes Händchen dafür sich die Bands auf den Platz zu holen, die von Besuchern gerade gehört und gesehen werden möchten. Schon in den letzten Jahren haben viele bekannte Gesichter die Horber Bühnen gerockt. Bands, die bis dato noch nicht allzu sehr berühmt waren, konnten das Mini-Rock als Sprungbrett nutzen und spielen heute gut besuchte Touren wie beispielsweise Kraftklub, K.I.Z. oder Enter Shikari. Und so gastierten auch dieses Jahr wieder bekannte Bands auf dem Festival. Highlight und Schlusslicht bildeten als Late-Night-Special die Donots.

Das restliche Line-Up bestand aus:

Käptn Peng & die Tentakel von Delphi, Trettmann, Mad Caddies, Grossstadtgeflüster, Itchy, Audio88 & Yassin, Django S., Dr. Aleks & The F****ers, 8kids, Jomo, Kind Kaputt, To the rats and wolves, Prinz Pi, Faber, Le Fly, Knives in a gunfight, Montreal, An early cascade, Watch out stampede, Northlane, Antifuchs, Ok.Danke.Tschüss

Der Name Rockfestival ist leicht irreführend, denn zwischen den Metalcore-, Punk- und Skabands, fanden sich auch Hip Hop-und Elektropop-Künstler wieder.

Stimmungsmäßig ging auf jedem der Konzerte, auch den Nachmittagskonzerten, so ziemlich die Post ab. Egal ob nur drei oder 30 Zuschauerreihen gefüllt waren. Für besondere Abrissparties sorgten vorallem Grossstadtgeflüster mit Freche-Schnauze-Hits wie „F***t-euch-Allee“ und „Ich muss gar nix“ und die kalifornischen Mad Caddies, die mit ihrem Skapunk die Masse zum tanzen brachten und für gute Laune sorgten. Etwas härter zu ging es bei Watch out stampede und To the rats and wolves aus dem Bereich Metal- und Trancecore. Auch die australischen Jungs von Northlane sorgten mit Hardcore/Mathcore für die totale Ekstase. Kurz vor dem Auftritt des Special Guests fuhr Prinz Pi die Menge mit seinem melancholischen Rap nocheinmal runter und ließ zum Abschluss die Feuerflammen glühen.

Das Finale des Finales

Samstag, 0 Uhr: Es soll das Letzte sein. Das letzte Konzert, das je auf dem Mini Rock Festival gespielt wird. Diese ehrenvolle Aufgabe bekamen die Donots, die bereits bei der Premiere 2005 mit am Start waren. Das Publikum war heiß und bereit für den letzten Anpfiff. Wild gesprungen, gefeiert und im Kreis getanzt wurde bis in die hinterste Ecken und mobilen Getränkewägen des Festplatzes, sodass sich die Frage stellte ob das Publikum die Band unterhält oder anders herum. Aber eigentlich feierten einfach alle miteinander und füreinander. Crowdsurfer ließen den Jungs der Security keine Verschnaufpause. Sänger Udo bat die Fans den größten Circle Pit zu bilden, den es dort je gab und ihm in der Mitte ein Plätzchen zum Singen zu verschaffen.

Wir sollen den Platz platt machen bis nichts mehr davon übrig ist, lautete die Ansage. “Damit dann vielleicht ein Denkmal des Mini Rock Festivals auf dem Platz gesetzt werden könne – oder eines gegen Nazis”. Immer wieder machte Udo Ansagen gegen Nazis, gegen Homophobie und gegen sexuelle Belästigungen. Da genau dies auch die Werte der Macher des Festivals widerspiegelt und die Donots beim ersten Mini-Rock schon mit dabei waren, hätte es keine bessere Band geben können, die dieses Kapitel zu Ende bringen kann. Beim letzten Song, der Ballade “So long”, waren alle Helfer des Festivals mit auf der Bühne und spätestens jetzt kullerten beim ein oder anderen die ersten Abschiedstränen. Das allerletzte Kapitel in der Geschichte des Mini Rock Festivals wurde nach dem grandiosen Konzert der Donots mit dem Song “Hey! Ho! Let’s go!” von den Ramones geschlossen.

Fotos: Pressefreigabe, Martina Wörz

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Julia Kimmerle

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Julia Kimmerle

Musikliebhaberin. Bevorzugt alles mit und um Rock.