Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower

Dass Max Richard Leßmann ein poetischer und sehr begabter Songschreiber ist, hat er schon bei der deutschen Indieband Vierkantrettlager bewiesen. Doch mit seinem Soloalbum Liebe in Zeiten der Follower hat er etwas geschaffen, das in der zeitgenössischen Musiklandschaft selten ist. 

Wer den Titel seines ersten Soloalbums hört, denkt vielleicht: Hier kommt jetzt schmalziger Pop mit Bezug auf Twitter und andere soziale Medien. Dabei ist der Titel des Albums genialer, als er zunächst scheint. Der Frontmann von Vierkantrettlager verbindet zeitgenössische Themen mit dem Swing der 20er, 50er und 60er.  Dabei will Max nicht nachahmen. Er ist kein Vertreter dieser notorischen Retroliebhaber, sondern will Neues mit dem Einfluss von den genannten musikalischen Epochen schaffen.

Abgeliefert hat er eine beschwingte Pop-Platte, die auch sehr gut zum Mitsingen geeignet ist. Denn die Texte sind nicht nur für einen Ohrwurm gut, sie bringen sogar einen nachdenklichen Humor mit sich. Dabei geht der Sänger aus dem hohen Norden bis ins Detail bei seinen Texten. Allerdings muss die der Hörer dem jungen Songwriter  erstmal abkaufen – Was bei kitschigen Texten eine schmale Gratwanderung sein kann.

Doch der sympathische Leßmann bringt seine Rolle gut rüber und wirkt ehrlich, wenn er von zeitgenössischen Liebesproblemen des Individuums schreibt. Angefangen hat es mit einem Gedicht an seine Freundin, die ans andere Ende nach Europa gezogen ist. Das Gedicht “Ich wünschte” wurde zum stimmungsvollen Pop-Hit. Er will keinen mehr kennen aus seiner Freundesliste, nur noch seine Freundin. Er vermischt dabei die Sprache der Liebe mit der Sprache des Internets. So singt er zum Beispiel: “Weil du mein Herz administrierst…”

Leßmann löst also einen sprachlichen Bruch aus. Wie schon zu anfangs bemerkt, ist das Wort Follower in einem Albumtitel nicht wirklich ästhetisch. Der Gedanke dahinter zählt aber. Denn auf dem Album sind Liebessongs zu finden, die die Liebe der neuen Generation Y und ihre Tücken beschreibt.

Ebenfalls ein Faible für diese Art von Musik hat Sebastian Madsen von der Band Madsen. Kein Wunder, dass Sebastian auch auf dem Soloalbum von Max Richard Leßmann zu finden ist. Leßmann und Sebastian haben zusammen für Madsen Songs geschrieben, dabei entstand auch das schöne Stück “Küssen”.

Ein richtiger Kracher ist auch der Song “Keine Langweile”, eine Hymne an die Freundin beziehungsweise an den Freund. Der Song wird live grandios funktionieren, wenn jeder frenetisch mitsingen kann. Nach dem Konzert wird dann bestimmt beschwingt durch die Straßen laufend weiter gesungen.

Seine Soloplatte Liebe in Zeiten der Follower stellt Max Richard Leßmann in folgenden Städten im Herbst vor:

25.11. Köln – Studio 672
26.11. Essen – Hotel Shanghai
27.11. München – Milla
28.11. Berlin – Musik & Frieden
30.11. Hamburg – Nochtspeicher

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Bild: Pressefreigabe

Daniel Guggeis

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