Wednesday 13 – 05.06.2017 – Köln, Luxor

Eine fundierte Horrorpunk-Show lieferten Wednesday 13 am Pfingstmontag im Kölner Luxor ab. Diese zeichnete sich insbesondere durch die Präzision in der Rhythmusabteilung der US-amerikanischen Formation aus. Für optische Untermalung sorgten die geschminkten Masken der Musiker inklusive der wechselnden Bühnenoutfits von Sänger und Band-Gründer Joseph Poole.

Unter den Fans waren weniger so stark geschminkt wie die Musiker, helle Farbtupfer im Publikum waren aber trotzdem vergebens zu suchen. Für farbliche Akzente sorgte hingegen die Lichtanlage an diesem Abend. Sie hüllte die Bühne abwechselnd zu den Songs in verschiedene Farben, darunter grell-weißes, grünes und sehr häufig rotes Licht. Das Weiß der Augenpaare auf der Bühne war neben den grellen Ersatz-Plektren an den Mikroständern die wenigen hellen Farbtöne auf der Bühne. Aufgemalte Spinnenweben zierten das Bühnenbild, das zum Auftakt der exklusiven Clubshow in ein tomatiges – oder vielleicht kontextpassender gesagt, ein höllisches – Rot gehüllt wurde. Das schwarzgefärbte Haar von Sänger Joseph Poole wurde von unten durch eine Windmaschine effektvoll hochgewirbelt, vielleicht mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass dadurch das aschfahl geschminkte Gesicht mitsamt dem Mahl auf der Stirn nicht so schnell einem Make-Up-Schmelzen ausgesetzt war. Während die Gitarristen und der Schlagzeuger bei der einen (Horror-)Verkleidung an dem Abend blieben, wechselte der Frontmann seine Outfits mehrfach. Immer wieder wurden zwischen den einzelnen Songs kleine Pausen eingelegt, nach denen er verändert auf die Bühne zurückkehrte. Leicht verändert zumindest, denn der Kostümwechsel wurde mit einfachen, aber effektvollen Mitteln vollzogen. Mal trug er eine Weste, Jacke oder einen Mantel, mal eine auffällige Kappe oder einen Hut, mal hatte er sich einen Cape umgehangen, das entfernt an ein Kleidungsstück von Graf Zahl erinnerte oder er kam mit aufgesetzten Hörnern auf die Bühne – dazu passte die Aufforderung „raise your horns“.

Soviel zum optischen Aspekt. Ob es diesen braucht, um die Musik zu untermalen, ist Ansichtssache. Wednesday 13 steht es ganz gut zu Gesicht, es passt in den Gesamteindruck, auch wenn es, z. B. in Gestalt eines düsteren Predigers mit schwarzer Bibel in der Hand, mitunter ein wenige übertrieben rüber kam. Doch auch allein die akustische Performance konnte sich hören lassen. Das ging zu einem großen Teil auf das Konto der Rhythmusfraktion, insbesondere des Schlagzeugers, der im späteren Verlauf des Gigs als neues Mitglied vorgestellt wurde. Präzise wie ein Metronom gab er den Takt an und trieb – zusammen mit dem rollenden Bass und der exakten Rhythmusgitarre – die Songs durch das Set. Der rasende Beat lud das Publikum immer wieder zum Mitklatschen ein und bewirkte Bewegung und Tanz. Ebenso wie mit einfachen Mitteln der effektvolle Kostümwechsel erreicht wurde, so wurden auch technisch wenig aufwendige Mittel genutzt, um die horrorfilmartigen Sound zu kreieren. Songs wie „Scream Baby Scream” vom Album Skeleton oder „Keep watching the skies” vom letzten Album, das 2015 erschien (Monsters of the Universe: Come Out and Plague) heizten dem Publikum ordentlich ein.

Das aktuelle Album „Condolences“, das beim Label Nuclear Blast erscheint und an dem Abend im Luxor unter anderem mit dem gleichnamigen Song präsentiert wurde, fand Anklang bei den Fans. Alte Klassiker der Band waren jedoch etwas zu wenig vertreten an diesem Abend. Mit „I love to say fuck“ bekam das Publikum einen solchen Hit der Band als Zugabe nach dem authentischen Abgang in den Nebel. Dies wurde mit erhobenen, im Takt mitschwingenden Mittelfingern honoriert. Außerdem wurden „Bad things”, „I want you dead” und „The Ghost Of Vincent Price” von dem Album Transylvania 90210: Songs of Death, Dying, and the Dead aus dem älteren Repertoire gespielt.

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Foto: Pressefreigabe

Stefanie Zerres

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