Der Ringer – Soft Kill

Die neue Hamburger Schule?!

Die Hamburger Band der Ringer hat schon vor dem Release ihre Debütalbums “Soft Kill” so einiges an Vorschusslorbeeren bekommen. So ist die Band für die Spex einer der kommenden Bands im Jahr 2017. Damit haben sie auf jeden Fall recht.  Zusammen mit Trümmer gehören der Ringer zu einer neuen Generation von Hamburger Bands, die die Schnauze voll haben.

Schon letztes Jahr haben sie mit ihrer eigenen EP Glücklich und dank der Split-EP mit Isolation Berlin für viel Aufregung in der Indieszene gesorgt. Zwei grandiose Newcomerbands, die sich zusammentun gibt es schließlich nicht so oft. Doch die Symbiose hat perfekt geklappt.

Doch mit “Soft Kill” versuchen der Ringer wieder ihr eigenes Ding durchzuziehen. Schon beim Einstieg ins Album wird es abgespaced. Beim Song “Orbit” trifft punkiger Indierock auf Autotune. Aber in Zeiten, in denen selbst ein Justin Vernon dieses Tool verwendet, kann man damit nicht viel falsch machen. Zumindest wird es im ersten Song der Platte auf die richtige Menge dosiert.

“Orbit” war übrigens auch die erste Singleauskopplung aus “Soft Kill”. Noch nicht bekannt war vor Release der Nackenbrechersong “Apparat”. Hier spielen nämlich vor allem krachende Synthies eine wichtige Rolle. Beim Songwriting beweist die Hamburger Band sehr viel Kreativität. In “Apparat” wird zum Beispiel die heutige Gefühlsproblematik rund um das virtuelle Kennenlernen via Tinder beschrieben.

Ebenfalls einer der Hits von “Soft Kill” ist “Mikroskop”. Auch hier lassen sich wieder viele Spielereien an der Gesangsstimme finden. Auch hier sind die Lyrics eher technisch angelegt. Musikalisch dröhnen die Instrumente desto länger der Song geht immer mehr, um in einer finalen Explosion zu enden. Sicherlich ein Stück, das live sehr gut funktionieren wird.

Klar ist, für die Platte braucht man Zeit. Ein Urteil sollte man angesichts vieler Effekte und Einflüsse nicht zu schnell abgeben. Ein Song der Zeit braucht, ist zum Beispiel “Kanada”, der fast schon wie eine Ballade wirkt. Die traurige Traumstimmung wird aber schnell vom nächsten Stück “Violence” zerstört. Hier wird es sowohl lyrisch als auch musikalisch wieder abstrakter und chaotischer.

Als Rausschmeißer fungiert noch der Song “Ohnmacht”, der übrigens ordentlich nach vorne marschiert. Bass und brutalen Gitarren sei Dank. Mit “Soft Kill” liefern der Ringer also definitiv ein gelungenes Debütalbum ab. Sicherlich ist die Dimension dieser fünf Typen nicht für jeden etwas, aber wer aufmerksam hört, kann sich in die Hamburger Jungs gut hineinversetzen.

Tourdaten von der Ringer:

15.02.2017 Hamburg, Hafenklang
16.02.2017 Mainz, Schon Schön
17.02.2017 Stuttgart, 1210
18.02.2017 München, Orangehouse
19.02.2017 Wien (AT), RHIZ
21.02.2017 Düsseldorf, FFT
22.02.2017 Leipzig, NAUMANNs im Felsenkeller
23.02.2017 Groningen (NL), De Gym
24.02.2017 Berlin, ACUD Macht Neu

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Daniel Guggeis

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