Lewis Del Mar – 14.11.2016 – Köln, Studio 672

Noch etwas verschlafen, das vergangene Wochenende scheinbar noch in den Knochen, fanden sich am Montag, den 14.November ein paar Leute im Kölner Stadtgarten ein, um vor dem Studio 672 auf das Konzert der amerikanischen Band Lewis Del Mar zu warten.

Das ursprüngliche Duo, bestehend aus Sänger/Gitarrist Danny Miller und Drummer/Producer Max Harwood wird bei ihrer ersten Europatour von zwei weiteren Musikern zur vierköpfigen Band vervollständigt.  Lewis Del Mar sind in unseren Breitengraden noch ein richtiger Geheimtipp. Zwar schafften sie es mit ihrer ersten Single „Loud(y)“ auf Platz 1 der Internetplattform Hypemachine, dennoch blieb die Aufmerksamkeit in Europa überschaubar.

Bei dem Label Columbia Records veröffentlichten die Brooklyner Jungs ihre Debüt EP und im Oktober folgte das selbstbetitelte Album. Der Sound der Band ist innovativ, poppig, teils soulig, folkig, elektronisch und nie langweilig. Fast zwangsläufig werden Lewis Del Mar mit Alt-J verglichen, besonders ihre facettenreichen, beatlastigen Songproduktionen, die immer wieder zum Zappeln und Tanzen einladen, erinnern an die Klänge der britischen Band.
Dennoch können sich Lewis Del Mar von diesem Vergleich emanzipieren, schließlich bindet ihre Musik auch Autobiographisches ein und erzählt somit von einem multikulturellen, urbanen Teil Amerikas. Klanglich macht sich das in einer vielseitigen Mischung aus modernen elektronischen Kompositionen und traditionelleren Latin/Americana- Einflüssen bemerkbar. Insgesamt sieht es rosig für die Band aus, die Internetgemeinde wirft mit Lobhymnen um sich und viele sind sich sicher: Lewis Del Mar ist „the next big thing“.

Doch zurück auf Anfang, pünktlich um 19.30 Uhr wurden die nach und nach eintreffenden Leute in das Kölner Studio 672 eingelassen. Bekanntlich eine relativ kleine Location, was gerade bei Newcomern trotzdem kein volles Haus gewährleistet. Doch während die Frankfurter Support-Band Lea Porcelain mit düsteren, energiegeladenen Songs das Studio schon mal mit selbstbewusster Performance vorwärmte, füllte sich die Location zunehmend. Lea Porcelain, das sind Julien Bracht und Markus Nikolaus, die mit ihrem Sound eine Zeitreise zu den Postpunk-Bands der 1970er/80er Jahre veranstalten, ohne dabei Modernität und Innovation zu vernachlässigen.

Im Anschluss an den Support ließen Lewis del Mar nicht lange auf sich warten. Die vier Musiker fanden gerade genug Platz auf der winzigen Bühne und konnten somit ihr aller erstes Konzert in Deutschland eröffnen.  Ab der ersten Minute passierte im Studio 672 etwas Seltenes: Das eben noch fröstelnde Publikum schwang freiwillig das Tanzbein, ausschließlich animiert durch die wunderbar eingängigen Sounds der amerikanischen Band. Lead-Sänger und Gitarrist Danny Miller führte charismatisch und leidenschaftlich durch die Songs und war sichtlich gerührt von der Textsicherheit des Publikums, welches immer wieder Gelegenheit fand, neben ekstatischen Tanzeinlagen auch gesangliche Höchstleistungen hervorzubringen. Die Band beteuerte mehrmals, wie besonders das Gefühl sei, praktisch am anderen Ende der Welt Leute so freudig und textsicher auf ihre Musik reagieren zu sehen.
Songs wie „Loud(y)“, „Painting(Masterpiece)“ und „14 Faces“ wurden stets schon mit dem ersten Takt erkannt und bejubelt.

Die wenigen Leute, die sich erwartungs- oder ahnungslos am Montagabend nach Köln verirrt hatten, wurden an diesem Abend sicherlich für Lewis Del Mar und ihren vielseitigen Sound begeistert. Die vier Musiker spielten über eine Stunde lang ein tadelloses, energiegeladenes Konzert, welches dem Kölner Publikum sichtlich Spaß bereitete.

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Maria Starfeld

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