Two Door Cinema Club – Gameshow

Die Briten ändern auf Gameshow ihren Stil – und wenigen gefällt es.

Seitdem mit Gameshow das dritte Album der britischen Indierock-Band Two Door Cinema Club veröffentlicht wurde, mussten sich die drei Mitglieder der Band mit jeder Menge Kritik herumschlagen. Das Album wurde als langweilig und insignifikant bezeichnet, für die Kritiker hat die Band ihren Zenit längst überschritten. Doch ist Gameshow tatsächlich so schlecht wie es überall heißt?

Die Antwort ist nein. Und dennoch ist eindeutig, dass sowohl der Vorgänger Beacon als auch das 2010er Debut Tourist History wesentlich bessere Werke sind. Im Prinzip haben Two Door Cinema Club ihren ikonischen Indierock größtenteils gegen Indiepop ausgetauscht: man vermisst die bekannten, geliebten hohen und schnellen Gitarrenriffs fast überall, dafür wurde viel Arbeit mit dem Synthesizer vollzogen und auch auf die Stimme von Sänger Alex Trimble wird mehr gesetzt als zuvor. Und dort, wo die E-Gitarre zu hören ist, kann sie nicht wie gewohnt mitreißen. So zum Beispiel im Song „Bad Decisions“, in dem der Gesang von der Gitarre allenfalls unterstützt wird. „Ordinary“ hingegen lässt einen Refrain hören, der sowohl instrumental als auch gesanglich den älteren Songs sehr nahe kommt.

Insgesamt hält sich das Niveau der Lieder tatsächlich durchweg recht konstant und wirklich langweilig wird es auch nie – wenigstens das kennt man so von einem „klassischen“ 2DCC-Album. „Ordinary“, „Lavender“ und „Je Viens De La“ machen Laune. Das ruhige „Invincible“ hingegen könnte, wenn man die Synthies weglässt und Trimbles Stimme austauscht, ein klasse Kings of Leon Song sein. Mit einem kleinen Bisschen Phantasie zumindest.

Alles in Allem ist Gameshow kein schlechtes Album – es ist eben nur nicht annähernd so gut wie seine Vorgänger. Für das, was es ist, ist es tatsächlich gut, denn live werden die neuen Songs sicherlich auch überzeugen können. Dennoch hört man hier, wie Rock zu Pop abdriftet und es bleibt zu hoffen, dass 2DCC auf ihrem nächsten Album diesen Kurs nicht halten.

Nächstes Jahr wird das Trio weltweit Konzerte spielen, auch bei uns:

Live:

18.02.2017 – Stuttgart, LKA-Longhorn
19.02.2017 – Wien, Gasometer (A)
20.02.2017 – Zürich, Halle 622 (CH)
23.02.2017 – München, Tonhalle – Kultfabrik
25.02.2017 – Berlin, Columbiahalle
01.03.2017 – Köln, Palladium
04.03.2017 – Hamburg, Grosse Freiheit 26

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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.