Mac Miller – The Divine Feminine

Knapp ein Jahr nach dem Vorgänger GO:OD AM folgt nun ein grundsätzlich anderes Album: The Divine Feminine zeigt Mac Miller von einer neuen Seite

Wenn man Mac Miller in sozialen Medien folgt, wurde schon im Vorfeld klar, dass sein neuestes Werk nicht so werden würde wie die bisherigen. Er selbst beschreibt es simpel genug als Album über Liebe – und das ist es auch, in allen Facetten.

Es ist überraschend, den Rapper aus Pittsburgh so zu hören, andererseits hat er sich im Laufe seiner Mixtapes und Alben so sehr weiterentwickelt, dass eines wie The Divine Feminine nur logisch ist – dennoch ist der Stilbruch mit den Vorgängern extrem, immerhin wird gefühlt mehr gesungen als gerappt. Und dort wo gerappt wird, bemüht sich Miller nicht um Skills oder clevere Wortspiele, sondern nur darum, den Inhalt seiner Gedanken und Gefühle in einen Song zu fassen. Hierfür hat er sich außerdem so prominente Unterstützung ins Boot geholt wie noch nie zuvor: neben seiner neuen Muse Ariana Grande (die nicht nur als Featuregast vertreten ist) hört man außerdem weit bekanntere Rapper als Mac Miller selbst, wie CeeLo Green, Ty Dollar $ign oder Kendrick Lamar. Auf der Leadsingle „Dang!“ singt Anderson .Paak den Refrain und im sphärischen Intro „Congratulations“ ergänzt Bilal Millers eigenen Gesang.

Das Thema der LP wird von so vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wie in stilistische Gewänder gekleidet. Der Standort bleibt dabei jedoch immer gleich: es ist immer die Sicht des Rappers. Er versucht nicht, sich in eine Frau oder Freundin hineinzuversetzen oder ihr Verhalten zu erklären. Für ihn ist The Divine Feminine „die feminine Energie der Planeten“ – das, was zwei Menschen zu einem Paar macht, nicht nur ein Teil davon.

Man kann es als Konzeptalbum bezeichnen, wenn man möchte, doch so oder so ist es erstaunlich: erwartet hätte ein solches Werk an diesem Punkt wohl niemand vom jungen Malcom McCormick. Ob seine Beziehung mit Popstar Ariana Grande tatsächlich nicht nur eine weitere Promi-Liebe ist, sondern ihn zu kreativen Höchstleistungen antreibt? Man will eigentlich gar keine Antwort haben. Eins ist allerdings klar: The Divine Feminine ist zugleich Millers erwachsenstes, kreativstes und selbstsicherstes Album bisher.

Facebook: www.facebook.com/macmillerfans/
Homepage: www.macmillerswebsite.com

Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.