Fantasy Filmfest – Fear Good Movies

Eine Tour der besonderen Art macht derzeit Station in verschiedenen deutschen Städten: Das Fantasy Filmfest. Das Genre-Filmfestival zeigt 50 bis 60 Spielfilme und 10 Kurzfilme an elf Tagen. Dieses Paket können Filmfans zu verschiedenen Zeiten in den Städten Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und München genießen.

Seit nunmehr 30 Jahren findet das Fantasy Filmfest statt. Was als kleines Punkrockkonzert mit Filmvorführung in einer Spielstätte (Hamburg) begann, vergrößerte und etablierte sich schnell. Filme, die zu großer Bekanntheit gelangt sind, hatten hier ihre Welt- oder Deutschlandpremiere. Daneben bietet das von Rosebud Entertainment ausgerichtete Festival auch vielen Produktionen, die nicht in die großen Kinos kommen, einen Platz. So entsteht eine interessante Mischung aus Mainstream- und Independent-Kinoerlebnis.

Trotz der Namensgebung, ist die Filmauswahl keineswegs auf das Genre „Fantasy“ beschränkt. Die gezeigten Filme kommen auch aus den Kategorien Black Comedy, Horror, Thriller, Arthouse, Science-Fiction und Anime. Sie sind zwar oft nichts für ganz Zartbesaitete, dennoch ist für (fast) jeden etwas dabei. Das Programmheft oder die Beschreibungen auf der Festival-Homepage helfen bei der Auswahl, die unter dem Motto „Fear Good Movies“ steht. Spezielle Icons stehen für Attribute wie „bloody“, „spooky“, twisted“, aber auch „funny“ oder „popcorn party“ und führen durch das umfangreiche Angebot. So ist der Eröffnungsfilm „Swiss Army Man“ schlicht mit dem Sternensymbol, das für „unique“ steht, eingeordnet. Der skurrile „einsame-Insel“-Film mit Daniel Radcliffe als hilfreiche Leiche wird als „ein Film zum Lachen, Weinen und Nachdenken“ angekündigt. Hauptsächlich Lachen wird das Publikum höchstwahrscheinlich bei „Yoga Hosers“, denn das Jagen von Nazi-Bratwürsten mithilfe von Yoga-Techniken in einer kanadischen Kleinstadt kann nur lustig werden. Natürlich aber dürfen auch viele Filme, bei denen es gruselig wird, erwartet werden. Und auch die Farbe Rot wird – abgesehen von dem Schwarz-Weiß-Film „The Eyes Of My Mother“ beispielsweise – zu genüge auf der Leinwand zu sehen sein.

Der diesjährige Director’s Spotlight gilt Mike Mendez mit seinem Film „Don’t kill it“, der „hardcore“, „trash“ und „popcornparty“ mit Hauptdarsteller Dolph Lundgren kombiniert. Bei den neun Kurzfilmen mit einer Gesamtspiellänge von 125 Minuten wird bei „Get Shorty“ für wohl alle Zuschauer ein Highlight herauszufiltern sein.

Die Filme werden meist in der jeweiligen Originalsprache gezeigt. Handelt es sich dabei um nicht-englischsprachige Produktionen, sind diese untertitelt. Damit werden die Grenzen gesprengt und es ist nicht nur von Vorteil, auf Übersetzungsabweichungen von Synchronisierungen zu verzichten und das Original zu genießen. Es ermöglicht auch vermeintliche Exoten wie einen Horrorfilm aus Indien oder einen iranischen Geisterfilm zu sehen. Denn auch das asiatische fehlt nicht.

Interessante Gäste stellen außerdem Programmhöhepunkte dar. So darf beispielsweise in Köln und Hamburg der Regisseur Marcus Dunsten (u.a. „The Neighbor”) begrüßt werden. In München wird Jackson Stewart, der die Regie bei „Beyond The Gates“ führte, erwartet.

Aus den Filmen des Festivals gehen jedes Jahr zehn vom Veranstalter ausgewählte Titel ins Rennen um den Publikumspreis. „Fresh-Blood-Award“ heißt dieser von der Zeitschrift TV-Spielfilm vergebene Preis, da die zur Wahl stehenden Filme entweder die ersten oder höchstens die zweiten Werke eines Regisseurs sind. Über Stimmkarten, welche die Besucher ausfüllen, wird der Gewinner ermittelt und am Ende des Festivals bekannt gegeben. Ausgezeichnet wurden in der Vergangenheit beispielsweise „District 9“, „Four Lions“ und „Hell“. In diesem Jahr kann zudem erstmalig über den besten Kurzfilm der „Get Shorty“-Vorführung abgestimmt werden.


Links

Homepage

Facebook

Bild: Fantasy Filmfest/Trailer

Stefanie Zerres

About author

Stefanie Zerres