Glitter Wasteland – EP1

Siri Jantey bzw. Glitter Wasteland hat wahrscheinlich aktuell noch fast niemand auf dem Schirm. Kein Wunder, denn mit EP1 hat die Künstlerin Anfang Juli dieses Jahres ihre erste Veröffentlichung auf den hart umkämpften Markt geworfen.

Auf ihrem bisherigen Lebensweg hat Siri Jantey Station in den verschiedensten Ländern und Städten dieser Welt gemacht – von Bangkok ins Schweizer Alpendorf, weiter nach Los Angeles und New York. Nachdem sie auf dieser Reise Erfahrungen in den Bereichen Malerei und Modedesign gesammelt hat, war der Schritt zur Musik dementsprechend nicht allzu weit bzw. schwer.
Das Resultat? Überraschend – in vielerlei Hinsicht.

Musikalisch einzuordnen ist die von Glitter Wasteland veröffentlichte EP1 irgendwo in Richtung Elektronisches, wobei man ihr mit dieser Beschreibung alleine bei weitem nicht gerecht wird. Einflüsse von Pop und Industrial machen sich auf der EP1 ebenso bemerkbar, eine wirkliche Grenze ziehen, kann der Hörer jedoch nicht.

Begleitet werden fast alle Titel von zeitweise wummernden Drums bzw. Bässen, die das Fundament für diverse musikalische Spielereien und Experimente legen. Als weiterer Leitfaden dominiert die Stimme von Jantey, die der Musik einen relativ weichen Stempel aufdrückt und an vielen Stellen als Dämpfer für die pulsierenden Instrumentals fungiert.

Als geheimer Favorit entpuppt sich der vorab veröffentlichte Titel „Cold War“, der unter anderem an Bands wie Chromatics oder IAMX erinnert (welche im Übrigen mit einem Remix auf der EP vertreten sind). Doch egal zu welcher musikalischen Gruppierung an dieser Stelle Vergleiche gezogen werden, eine wirklich passende Entsprechung findet sich nicht. Denn dafür variiert die Musik zu sehr, auch wenn auf der EP nur 5 Lieder vorhanden sind (hinzu kommen zwei Remixe).

Glitter Wasteland offenbart sich mit diesen fünf Titeln jedoch als ein musikalisches Projekt, welches durchaus über eine Zukunftsperspektive verfügt. Siri Jantey meistert den Spagat zwischen Synthie-Pop und Retro-Electro, ohne dabei wirklich elektronisch in Erinnerung zu bleiben. Atmosphärisch geladen überwiegen am Ende vor allem positive Emotionen, die jedoch keine Reizüberflutung mit sich bringen.

Weiteres Highlight der EP ist der Opener „Don‘t Let It Go“, der vor allem durch die wummernden Bässe dominiert wird, begleitet von rasenden Synthie-Melodien, die dem Klangbild zeitweise einen experimentellen Einfluss einhauchen.

Unterm Strich zeigt Glitter Wasteland mit EP1 großes Potential. Bleibt natürlich abzuwarten, ob dieses in der Zukunft auch vollständig ausgeschöpft wird.
Allen Fans und Liebhabern von elektronisch dominierter Musik können wir dieses Projekt nur ans Herz legen.

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer hier. Indie-Kram, gerne auch mal leise, manchmal laut. Vinyl und Kaffee.