Interview: NŌSIYAH

Bei ein, zwei leckeren, kühlen Blonden hat NŌSIYAH-Sänger und Bassist Manuel Donner dem Ahoi-Team unter anderem verraten, wer überhaupt hinter NŌSIYAH steckt und was er von der aktuellen Musikszene im Ruhrpott und der eigenen EP Schemes hält.

Ist zwar anstrengend wie nichts anderes mit diesem Rumgebrülle, aber es gibt nichts Schöneres.

Ein Drittel von NŌSIYAH waren/sind auch Mitglieder bei A Tired Day’s Night. Wie ergab sich die nun neue Konstellation und wer bringt welche Fähigkeiten mit in die Band?

Das stimmt, die beiden Gitarristen von NŌSIYAH, Matti und Hendrik, und ich spielen auch bei A Tired Day’s Night zusammen und kennen uns daher schon ziemlich lange. Diese Band ging eher in die Indie-Richtung und irgendwann dachten wir uns einfach, es sei an der Zeit mal etwas Neues zu probieren. So entschieden wir uns, die Band in eine neue Richtung voranzutreiben und schrieben auch die ersten neuen Songs noch mit unserem ATDN Drummer Max. Allerdings stellte sich recht bald heraus, dass in dem alten Bandgefüge ein frischer Neustart nicht besonders gut funktionieren würde. So entschieden wir uns mit ATDN zu pausieren und mit Robin als neuem Drummer NŌSIYAH zu gründen. Wir treffen uns noch immer ab und zu und machen zusammen Musik, doch ob man ATDN nochmal auf einer Bühne sehen wird, steht noch nicht fest. Matti, Hendrik, Robin und ich bringen nun alle verschiedene Stärken mit in die Band. So liegen meine Stärken beispielsweise vielleicht eher beim Texten, Mattis beim Design und so weiter. Aber beim Songwriting kommen wir alle zusammen, da darf keiner fehlen.

Du bist auch noch Bassist in der Crossover Band Spluff. Wie kam es dazu, dass du nun auch noch bei NŌSIYAH spielst und singst?

Spluff war schon immer genau so wichtig für mich wie ATDN, wo ich auch schon sang, oder nun NŌSIYAH. Auch mit Spluff habe ich schon eine lange Geschichte, dort spielen wir schon seit Gründung vor sieben Jahren in derselben Besetzung zusammen. Bisher hatte ich immer das Glück, es irgendwie zu schaffen, beide Bands ganz gut unter einen Hut zu bekommen ohne bei einer der beiden Abstriche machen zu müssen. Ich hoffe sehr, das wird noch eine Weile so bleiben.

Was hälst du von der aktuellen Musikszene im Ruhrpott und naher Umgebung im Hinblick auf die Gründung von NŌSIYAH?

Ich mag den Ruhrpott und auch seine Musikszene. Es gibt viele ambitionierte Bands und interessante Venues. Egal ob kleine Underground Schuppen wie der Nordpol in Dortmund, etwas größere Clubs wie das Grammatikoff in Duisburg oder große Hallen wie die KöPi Arena in Oberhausen. Alles in allem könnte natürlich immer mehr gemacht werden, mehr organisiert, mehr unabhängige Projekte auf die Beine gestellt werden. Doch ich denke, dass der Pott da auf keinem schlechten Weg ist. Nicht nur was die Musikszene angeht. Ich denke diese Region ist gut um eine neue Band zu etablieren, da man sich gut vernetzen und auch selbst etwas bewegen kann.

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Ihr lebt im Ruhrgebiet, Sauerland aber auch Berlin. Wie läuft das Schreiben und Produzieren von Songs zu Zeiten von Dropbox und co ab?

Diese Entfernung macht uns schon zu schaffen, gerade die Strecke nach Berlin. Da kann man nicht jede Woche oder alle zwei Wochen proben. Spontanität ist da schwierig, deswegen will alles gut geplant sein. Natürlich macht es die Digitalisierung möglich, auch über geografische Distanzen hinweg gemeinsam Songs zu schreiben, doch mir fehlt da einfach etwas und ich glaube so geht es den anderen auch. Aus diesem Grund muss man sich einfach gut organisieren und Wochenenden ausmachen, an denen dann nichts anderes gemacht wird, als zu proben. Das hat bisher auch ganz gut für uns funktioniert und in der Zeit in der man sich nicht sieht, sammeln sich auch viele Ideen für neue Songs oder Texte an, die man dann bei der nächsten gemeinsamen Probe aufgreift.

Was gefällt dir am besten an eurer EP?

Blöde Antwort, aber die Platte gefällt mir rundum sehr gut. Ich mag unsere Songs, sie sind atmosphärisch und ehrlich, abwechslungsreich und unberechenbar. Wir haben uns mit der Platte auch reichlich Zeit gelassen. Ich denke deswegen bin ich so zufrieden damit. Ich mag es einfach melodiöse ruhige Parts an brachiale Riffs oder dergleichen zu reihen. Das Artwork gefällt mir, weil es doch recht viel Interpretationsspielraum lässt und gerade bei der Musik auf der Platte vielleicht unerwartet wirkt. Auch mit der Produktion bin ich sehr zufrieden. Das haben Daniel Matuschke und Tillmann Knie im Tonstudio Druckerei schon echt schick hinbekommen.

Vor wenigen Wochen hattet ihr euren Live-Einstand in Mühlheim. Wie groß war das Vergnügen eure Songs nun auch live darzubieten?

Das war eine witzige Geschichte. Eigentlich hatten wir uns zum Probewochenende getroffen und während Matti, Hendrik und ich Freitags Abends aus Dortmund ins Sauerland fuhren, bekam ich einen Anruf, dass der Freund einer Freundin eines Bekannten für den Samstag nach einer Ersatzband im AZ suchte. Wir entschieden uns spontan diese Chance für einen ersten Auftritt zu nutzen und es hat sich wirklich gelohnt! Die Jungs wollten sogar, dass wir den Headliner übernehmen, aber das fanden wir dann doch etwas zu krass für die erste Show. Alles in allem war es ein echt starker Abend, die anderen Bands waren cool und es war für die erste Show eine echt nice Venue, die auch gar nicht mal so schlecht besucht war. Und die Songs machen live einfach Bock. Ist zwar anstrengend wie nichts anderes mit diesem Rumgebrülle, aber es gibt nichts Schöneres. Ich denke das sah man uns auf der Bühne auch an.

 

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Ihr wollt dieses Jahr noch auf Tour gehen. Was sind eure nächsten Ziele in naher Zukunft?

Naja, das mit der Tour hat leider nicht so ganz funktioniert. Aber immerhin stehen drei Shows: Am 25.08. in der Pooca Bar in Hamburg mit The Djuks, am 27.08. im Nordpol in Dortmund mit The Life Tonight und Sleepers und am 03.09. in Meschede mit Prestón. Darüber hinaus sieht es aber so aus, als wären das noch lange nicht die letzten Shows für dieses Jahr und im kommenden Frühjahr versuchen wir es vielleicht nochmal mit der Tour. Hauptsache live spielen und das am besten überregional. Haben ja jetzt ziemlich viele Songs, die die meisten Leute da draußen noch nicht gehört haben!


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Cover: Matthias Henke
Live-Bild: Avalanche
Fotos: Niklas Cloppenburg
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Niklas Johnen

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