DevilDriver – Trust no one

Das im Mai erschienene siebte Album der kalifornischen Groove Metal-Band DevilDriver ist genre- und bandtypisch. Cleaner Gesang ist hier nicht zu erwarten, melodiöse Parts kommen vom Sechssaiter, werden allerdings immer untermauert von stark fußgesteuerten Schlagzeug-Grooves sowie Bass und zweiter Gitarre. Klare Übergänge führen kaum zu starken Veränderungen des Rhythmus, welcher die zehn Songs dominiert. Es gibt wenig ruhige Stellen. Sie sind, wenn überhaupt vorhanden, kurz, dann aber bezeichnend und effektvoll, so wie manche Intros. Trotz solcher Anfänge wird der Hörer schnell in die Stücke akustisch reingeworfen. Einzig das letzte Lied, „For what its worth“, nimmt einen etwas langsameren Anlauf, bevor der übliche Gesang respektive das Gebrülle von Dez Fafara einsetzt. Der Song und damit die Platte enden im Hall und mit ausklingenden Gitarren. Doch auch dies währt nicht lange – keine Effekthascherei dort und auf dem ganzen Album.

Die Texte sind düster und passen zum tragenden und rhythmuskonformen Gesang. So heißt es im titelgebenden Track, die Nummer sieben des Albums, beispielsweise klar „I’ve been destroyed by trust“. Fafaras Stimme erinnert hin und wieder an Coal Chamber, so in leicht abgehackt, mehr gesprochenen Stellen von „Daybreak“. In „Feeling ungodly“ stößt man mit einem mehrfach überlagerten Gesang am Anfang auf eine weitere kleine Gesangs-Besonderheit des Albums, ansonsten bekommt man von Dez Fafara, was man erwartet – viel Stimmkraft.

Die seit 13 Jahren bestehende Formation um Frontmann Dez Fafara legte nach „Winter Kills“, das 2013 veröffentlicht wurde, eine im Vergleich zu manch anderen Bands nicht so lange Schaffenspause ein. Diese wurde von Fafara für eine Wiederbelebung der 90er Jahre Nu Metal-Gruppe Coal Chamber, mit der er bekannt wurde, genutzt. Zwischenzeitlich kam es zu personellen Veränderungen bei DevilDriver, aus denen resultiert, dass das Mikrofon nur noch von einem Gründungsmitglied bedient wird. An der ersten Gitarre ist mit Mike Spreitzer zumindest noch ein langjähriger Mitstreiter zu finden. Am Sound der neuen Platte ist die veränderte Besetzung wohl kaum zu erkennen. Es handel sich hierbei um ein typisches DevilDriver-Album, das nicht allein durch die prägnante Stimme von Dez Fafara einen Wiedererkennungswert hat.

Das Cover von „Trust no one“ zeigt – passend zum Titel – den Wolf im Schafspelz, oder besser gesagt, der Wolf, der sich soeben des Schafpelzes entledigt. Ebenso wenig treten DevilDriver mit diesem Album einen falschen Anschein an. Die Band führt ihre eigenen Traditionen – trotz neuer Akteure – fort und in dieser Genretreue ist ein weiteres handfestes Metal-Album entstanden.

DevilDriver Deutschland Tour-Daten:

29.07.2016 – Saarbrücken / Saarmageddon Festival
30.07.2016 – Essen / NORD Open Air
02.08.2016 – Jena / F-Haus
04.08.2016 – München / Backstage
05.08.2016 – Porta Westfalica / Festivalkult
06.08.2016 – Wacken / Wacken Open Air
07.08.2016 – Köln / RheinRiot
09.08.2016 – Berlin / BiNuu
13.08.2016 – Frankfurt / Zoom

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Stefanie Zerres

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