LFNT – Time To Bleed

Hinter dem Projekt LFNT verbirgt sich der Multiinstrumentalist Ran Nir. Als Gründungsmitglied und Bassist von Asaf Avidan & The Mojos hat dieser in seiner musikalischen Laufbahn einiges erreicht, als LFNT (oder auch Elephant) versucht der Musiker sein Glück auch auf eigene Faust. Im Jahre 2012 veröffentlichte er mit Tales Of A Drunken Man sein Solo-Debüt in Israel, 4 Jahre später folgt mit Time To Bleed nun das zweite Werk des Künstlers.

Geschrieben hat Ran Nir das Album in einer eher kritischen Phase seines Lebens, vor seinem Umzug nach Berlin. Er verdiente sein Geld in dieser Zeit hauptsächlich in den Kneipen Tel-Avivs, wurde damit auf Dauer jedoch nicht glücklich. Und so führte ihn sein Weg – wer hätte das gedacht – in unsere Hauptstadt, wo er die Arbeit an Time To Bleed erfolgreich beendete.

Musikalisch einzuordnen ist LFNT irgendwo zwischen Rock, Pop und Indie. Doch die Musik des Multiinstrumentalisten ist wohl kaum als radiotauglich einzuordnen, dafür driftet der Nir zeitweise zu tief in die einzelnen Genres ab. Was jedoch fast alle Titel miteinander vereint, ist der ihnen innewohnende Groove. So schafft es der Musiker in vielen Liedern, den Hörer zum Tanzen anzuregen, ihm aber zumindest im Takt mitwippen zu lassen.

Zu begründen ist diese musikalische Linie wohl auch durch die Arbeitsweise des Musikers, der seinem Titel als Multiinstrumentalisten durchaus gerecht wird. Den größten Teil des Albums produzierte der Musiker in Eigenregie, an einigen Stellen wird er von befreundeten Musikern unterstützt.

Unterm Strich liefert der Musiker gute Arbeit ab. Stellenweise taucht er in einigen Songs etwas tiefer in die Materie ein, jedoch nicht so weit, als das er sich vollkommen in Subgenres und Gitarrensoli verliert. Letztere sind relativ häufig zu hören und verleihen den Songs häufig das gewisse Etwas. Das Einzige, was auf Time To Bleed fehlt, ist wohl der Hit, der Ohrwurm, der einem tagelang hinterher läuft und sich rumspricht.
Doch es geht bekanntlich auch ohne. Ran Nir punktet an anderen Stellen – beispielsweise durch das ausgefallene Cover, welches sehr wohl in Erinnerung bleibt.

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer hier. Indie-Kram, gerne auch mal leise, manchmal laut. Vinyl und Kaffee.