Kakkmaddafakka – 06.04.2016 – Köln, Live Music Hall

Auf das Konzert der Norweger von Kakkmaddafakka habe ich mich im Vorfeld schon länger gefreut, da ihre Liveshows weithin als ekstatisch und haltlos ausgelassen beschrieben werden (immerhin bedeutet der Name Kakkmaddafakka laut Eigenaussage „Party Animal“ in einer Fantasiesprache).

Als das Konzert dann losging und die Truppe zur Hymne der Champions League die Bühne betrat (oder eher: erstürmte) war das schon der erste Höhepunkt und ich davon überzeugt, dass der Abend grandios werden würde. Leider war dem nicht wirklich so.

Ihrem Ruf als wilde Partyband machten die Skandinavier zwar alle Ehre wenn es um Songs von den Alben Hest und Six Months Is A Long Time ging, doch sie haben leider wirklich noch nicht gelernt, diese Energie auf die Lieder des neuen Albums, KMF, zu übertragen (falls sie das überhaupt wollten). Wo sie sich bei Liedern wie „Young“ oder „Your Girl“ energetisch bewegten und Stimmung schafften, standen sie bei Liedern wie „30 Days“ und „Superwoman“ wie angewurzelt und sangen beziehungsweise spielten die Lieder wie auf dem Album runter, ohne erkennbaren Spaß zu haben. Nun sind sie zwar auf der Tour zum Album, da ist es auch vollkommen okay, viele Lieder davon zu performen, so wie es in Köln der Fall war. Es ist auch legitim, sich als Band weiter zu entwickeln und ruhiger zu werden, aber dann das insgesamt stille Konzert mit genau der Anzahl an Songs zu spicken, die das Publikum zum Tanzen und Feiern bringen und die neuen Songs dagegen langweilig wirken lassen, ist wirklich ungeschickt. Was ich damit meine ist, dass ein Konzert von Kakkmaddafakka, welches nur aus ruhigen Songs besteht, durchaus seinen Reiz hätte, wenn man sich im Vorhinein darauf einstellt und keine ausgelassene Feier erwartet. Genau letzteres  hat aber das Publikum in der Live Music Hall erwartet und nicht vollständig bekommen, denn auf einen alten Song kamen (zumindest geschätzt) zwei neue – im Klartext heißt das, dass auf zwei ruhige Nummern eine kurze Party folgte, die allzu bald wieder abrupt abgebrochen wurde.

Im Endeffekt wirklich schade, denn feiern können Kakkmaddafakka live immer noch. Nur sollten sie sich überlegen, welche Art von Liveband sie in Zukunft werden wollen – und auf KMF wird eben nicht viel gefeiert, geschweige denn ausgerastet.

Facebook: www.facebook.com/kakkmaddafakkamusic
Homepage: www.kmfband.com

Bild: Øystein Grutle Haara

Alexander Mann

About author

Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.