Ida Gard – Womb

Dänemark ist sicherlich eines unserer weniger beachteten Nachbarländer. Dabei hat das Land einiges zu bieten, unter anderem auch musikalisch. Neben Weltstars wie MØ, Lukas Graham oder Volbeat findet sich auch der ein oder andere Geheimtipp – wie z.B. Exec.

Ebenfalls aus Dänemark kommt Ida Gard. Und die veröffentlicht nun mit Womb ihr drittes Album. Womb – das steht für Uterus oder auch Mutterleib und klingt im ersten Moment erstmal etwas befremdlich. Doch näher betrachtet ergibt dieser Titel durchaus Sinn, Ida Gard erklär ihn wie folgt:

„Das ist der Platz auf der Welt, den alle Menschen kennen, unabhängig davon, wo sie leben oder aufgewachsen sind. Außerdem klingt es wie ‚wroooom!‘ oder ‚boom!‘. In beidem schwingt sowohl emotionale als auch physische Energie mit.“

Und damit beschreibt die Dänin ihr Album auch schon ganz gut. Womb klingt emotional geladen und kraftvoll, an anderer Stelle sentimental, fast schon melancholisch. Viele der Songs der Platte werden durch ausdrucksstarken Rock geprägt – durch Schlagzeug und Gitarre. Doch die Parts, die wirklich berühren, sind die ruhigen. So beispielsweise in „Vittula Pt.1“: Ida’s Gesang in Begleitung einer Gitarre, darunter eine Bassspur und sehr dezente Drums. Die Stimme der Dänin entfaltet so definitiv die meiste Kraft und Aussagefähigkeit. Das im Verlauf des Songs einsetzende, mit einem Halleffekt belegte Echo, rundet das Ganze nochmal ab.

Musikalisch beeinflusst wird Womb von einigen Genres, daraus resultiert eine große Vielfalt. Neben Songs die primär als Rock einzuordnen sind finden sich auch Stücke, die mit Bands wie London Grammar oder auch MsMr assoziiert werden können. „Whatever It Takes To Get To China“ klingt dann wieder wie astreiner Radiopop, der dabei vor guter Laune übersprudelt und nicht nur unter der Dusche zum Mitsingen bzw. zum Mitpfeifen einlädt.

Womb ist unter dem Strich ein gelungenes und sehr vielseitiges Album, welches sowohl Spaß macht als auch Aussagekraft besitzt.

 

 

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer hier. Indie-Kram, gerne auch mal leise, manchmal laut. Vinyl und Kaffee.