Radio Havanna – 14.04.2018 – Stuttgart, Keller Klub

Willkommen in Utopia

Die vier Jungs von Radio Havanna reisen zurzeit durch Deutschland, um ihre Utopiatour und das dazugehörige gleichnamige Album zu präsentieren. Vergangenen Samstagabend statteten sie dem Stuttgarter Keller Klub einen Besuch ab und heizten in jenem ordentlich ein. Nach dem kurzen Konzert der Vorgruppe Go Go Gazelle betraten Radio Havanna die Bühne.

Fichte, Olli, Anfy und Arni haben sich als politische Punkband zusammen gefunden. Soll heißen, in ihren Texten steckt eine Message, hinter jedem Song ein tiefgründiges Thema mit dem eifrig protestiert wird. Da gab es also „Homophobes Arschloch“, worin sich die Band gegen Homophobie ausspricht oder einer der älteren Songs wie „Unnormal“ gegen Rassismus, in dem gefragt wird, wer oder was eigentlich den Unterschied zwischen normal und unnormal ausmacht. Aber als politische Punkband hatten sie natürlich auch noch Songs wie “Schwarzfahrer” mitgebracht, in dem sich augenzwinkernd gegen das System aufgelehnt wird. Mit “Phönix” wiederum machten sie Mut, an sich selbst zu glauben. Der Titelsong der Platte “Utopia” hingegen träumt von einer Welt „in der nichts mehr ist wie es war“.

Mit Start des Konzertes begannen sich die ersten Reihen aus dem Publikum zum Pogen und Tanzen zu vereinen. Es folgte wildes Crowdsurfing und ein Feiern der Fans ohne Halt, was die Band mit mehreren Konfettiraketen erwiderte. Zu späterer Stunde sprang dann auch der Mercher der Gruppe zum Stagediven im Supermanbademantel in das Publikum.

Den politischen Höhepunkt setzten sie mit dem Song “Faust Hoch (wenn die Dummheit marschiert und Angst regiert)”, der als Protesthymne gegen die AfD dient und gleichzeitig den Titelsong der Kampagne “Faust Hoch” stellt, an der sich auch einige andere Künstler wie Itchy, Maxim und Schmutzki beteiligen. Beim Spielen dieses Songs hissten sie eine Anti-AfD-Flagge.

Dass die Wahlberliner auch ruhig können haben sie gegen Ende mit einem Akustiksong gezeigt. Etwas “Berliner Luft” konnten die Fans schnuppern als die Jungs ein paar “Pfeffis” in den ersten Reihen des Publikums verteilten.

“Utopia” – ein bunt gemischtes Protest-Pop-Punk-Programm mit wuchtigen Hymnen, zu denen wild gefeiert wird sowie Lyrics, bei denen kein Blatt vor den Mund genommen wird und trotzdem stets ein Augenzwinkern mit an Bord ist.

Wer „Utopia“ noch live erleben möchte, hat noch bis zum 28.04. die Chance dazu.

Utopia-Tour 2018

20.04. – Dresden
21.04. – Düsseldorf
27.04. – Jena
28.04. – Wien

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Foto: Pressefreigabe

Julia Kimmerle

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Julia Kimmerle

Musikliebhaberin. Bevorzugt alles mit und um Rock.

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