Frank Carter & The Rattlesnakes – 25.03.2018 – Köln, Luxor

Als Frank Carter & The Rattlesnakes am Abend des 25. März nach Demob Happy die Bühne des Kölner Clubs Luxor betraten, platzte der Laden aus allen Nähten: ausverkauft! Und das war keine Premiere, wie Frontman Frank Carter dankbar berichtete. Köln als einer der ersten deutschen Spielplätze seiner Karriere, die vor mehr als zehn Jahren begann und unter anderem den Platz am Mikro der Gallows beinhaltete, hat dem bunt tätowierten Briten immer die Treue gehalten und lässt ihn gerne zurückkommen.

Zugegeben, das Luxor ist nicht riesig. Das ist aber für die Besucher durchaus von Vorteil, sofern sie es mögen, nahe an der Band zu sein. Und die Band kann ja die Bühne einfach verlängern. So schien es sich zumindest Frank Carter gedacht zu haben. Immer wieder nahm er ein Bad in der Menge, hielt sich einen Großteil der Show in dem kleinen Graben und direkt vor den Fans auf oder ließ sich gleich von ihnen tragen. Dass er sich dabei zum Teil ducken musste, um nicht gegen die Decke oder die Diskokugel, der er einen liebevollen Kuss gab, zu stoßen, schien ihm nichts auszumachen. Geradezu artistisch nutzte er den Halt der vielen Köper unter ihm, um sich – mal kopfüber, mal surfend – fortzubewegen. Auch der Bar stattete er so mithilfe des Publikums einen Besuch ab. Dieses wollte ihn zunächst auf gewohnte Weise zur Bühne zurückbringen, bis Frank Carter dann fast schon schimpfend dazu aufforderte, die andere Richtung einzuschlagen, um ihn zur Bar zu bringen. Brav leisteten die Gäste Folge und trugen außerdem Sorge dafür, dass das Mikrokabel seinen Weg dorthin fand. Somit konnte das Konzert auch von dem dafür eher ungewohnten Teil des Clubs aus weitergehen.

Den Platz in der Menge überließ die Band zwischenzeitlich aber auch allzu gerne dem Publikum zum Crowdsurfing. Zum Anfang der Show sogar eigens den weiblichen Fans. Allen Mädels, die immer schon mal Crowdsurfen wollten, garantierte Frank Carter einen sicheren und angemessenen Spaß und lieferte mit „Wild Flowers“ den passenden Sound.

Neben dem Song für die weiblichen Crowdsurfer gab es weitere Widmungen: „Paradise“ wurde für Opfer von Terroranschlägen gespielt, wozu Frank Carter betonte, dass die Ausübenden Feiglinge seien. Auch Stücke, die Frau und Tochter galten, wurden zum Besten gegeben.

Für die Akustik-Version von „Loss“ sorgte der Sänger erst einmal für absolute Ruhe im Publikum. Als ihm wirklich auch die letzten gesprächigen Gäste an der Theke volle Aufmerksamkeit schenkten, erzählte er von einem persönlichen Lebenstiefpunkt und davon, dass das Lied von der Sorge handelt, alles was wichtig ist, zu verlieren. Er forderte außerdem alle Zuhörenden auf, Depressionen ernst zu nehmen und jedem im Umfeld Betroffenen hartnäckig alle mögliche Hilfe zukommen zu lassen.

Natürlich ging es danach wieder laut und heftig mit Songs wie “Devil inside” weiter. Ganz im Duktus des ganzen Konzertes, das kontinuierlich viel Aktion vor und auf der Bühne zu bieten hatte. Als die letzten Stücke angekündigt wurden, herrschte lauter Protest und die Band drehte nochmals richtig auf. Natürlich durfte auch „I hate you“ nicht fehlen, das mit den einleitenden Zeilen „You are nothing“ taktgerecht vom Publikum mitgesungen wurde.

Ende gut, alles gut: Das Publikum hatte Spaß, die Band auch. Ja, so kann man ein Wochenende ausklingen lassen!

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Fotos: Stefanie Zerres

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