Xul Zolar – Fear Talk

Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass die hochgeschätzten Herrschaften der Band Sizarr sich in eine bis dato anhaltende Pause verabschiedet haben. In der Zwischenzeit gab es dann nochmal ein Lebenszeichen in Form eines Features von Caspers „Lang lebe der Tod“, danach folgte erneut Stille. Harte Zeiten für Fans der ersten Stunde und Liebhaber der doch speziellen, alternativen Musik.

Doch jede Krise hat ein Ende – das Ende dieser lautet Xul Zolar. Mit Fear Talk veröffentlicht die Band ein Debütalbum, das mächtiges Potential hat, sämtliche Indie-Herzen höher schlagen zu lassen.

Wie viele andere weltbewegende und hochbedeutende Dinge auch (Hennes, Kölsch, Ford Fiesta, Ahoimag…), sind die vier Musiker in der Domstadt am Rhein zu Hause. Und ähnlich wie die Stadt Köln selbst ist der Erstling der Band von einer Vielfalt geprägt, die sich kaum in Schubladen stecken lässt. Neben Einflüssen aus den Bereichen Indie und Alternative lassen sich auf Fear Talk ebenso gut Parallelen zu den Genres Synthie Pop und sogar dem R&B darstellen, die aber immer noch kein Gesamtbild erzeugen können.

Eingeleitet wird die zwölf Songs starke Platte mit dem Titel „Two Months“, der die oben erwähnte Brücke zur Band Sizarr eröffnet. Mit Einsetzen der Vocals kommt schnell die Frage auf, wer denn hier seine Stimme zum Besten gibt. Nein, es ist nicht Fabian Altstötter von Sizarr, die Ähnlichkeiten sind im ersten Moment jedoch auffällig genug, um verwirrt zu sein – doch damit genug der Vergleiche und Anspielungen.

Fear Talk kommt als abgerundetes Werk daher, das kaum Spielraum für Kritik lässt. Neben der stringenten, aber dennoch variablen instrumentalen Linie, die schon fast an ein audiophiles Niveau grenzt, lässt die Musik der vier Kölner vor allem auf emotionaler Ebene kaum mehr Luft nach oben. Neben verspielten, melodischen Gitarrenriffs und herzzerreißenden Vocals zieht sich eine konstante, aber unaufdringliche Percussion-Spur durch das gesamte Album, die den Hörer durchgängig mitnimmt. Sphärisch anmutend und zugleich gekonnt akzentuiert lässt sich beispielsweise der Song „Cloth“ noch am ehesten dem Genre Dream-Pop zuordnen – doch auch damit wird man der Musik von Xul Zolar nicht wirklich gerecht.

Musik zum Verlieben und Träumen, zum Fliegen und Treiben. Xul Zolar präsentieren mit ihrem Debütalbum Fear Talk ein Meisterwerk auf ganzer Linie, das wohl nur noch schwer zu übertreffen ist. Dennoch unsere Bitte: Mehr davon!

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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