Epica – 14.11.2017 – Köln, Essigfabrik

Mit Epica als Headliner und Vuur als Support-Band gab es am 14. November aus den Niederlanden angereiste Frauenpower im Doppelpack. Bei beiden Bands steht eine klangvolle weibliche Stimme im Vordergrund sowie häufig im Kontrast zu den harten Klängen, die von den männlichen Bandmitgliedern produziert werden. Dieses Gespann und die geografische Lage zog sicher auch den einen oder anderen Fan aus dem Nachbarland an diesem Abend nach Köln. Ausverkauft war die Veranstaltung nicht, dennoch gut besucht. Das Publikum war sehr begeisterungsfähig und teilweise enthusiastisch, eine gute Stimmung war durchweg zu spüren. 

Myrath

Bereits die Vorband Myrath, die für Vuur und Epica die Anwesenden musikalisch anwärmen sollte, wurde gut angenommen. Die Tunesier leiteten an dem grauen Novembertag den Konzertabend mit orientalischen Klängen im Heavy-Metal-Gewand ein. Zwar hat die Progressive-Metal-Formation keine Frau am Mikrofon, dennoch sparten auch sie nicht an weiblicher Präsenz: Eine Bauchtänzerin eröffnete mit Bewegungen, die fast daran zweifeln ließen, dass Ober- und Unterkörper miteinander verbunden sind, die Show von Myrath und sorgte auch zwischendurch für Tanzeinlagen der besonderen Art.  

Vuur

Vuur, zu Deutsch Feuer, ist die neue Band von und mit Anneke van Giersbergen. Die fünf Musiker präsentierten ihr gemeinsames Debütalbum, haben aber jedoch schon gemeinsame Live-Erfahrung miteinander in anderen Projekten gesammelt. Dass sie ein eingespieltes Team aus Profimusikern sind, war an diesem Abend deutlich spürbar. Ebenso deutlich wie die Freude der Akteure, auf der Bühne zu stehen, was nicht einstudiert wirkte. Im schwarzen Outfit mit Glitzerdetails strahlte die Sängerin mal mit, mal ohne die begleitende Gitarre um den Hals hängend und verteilte zwischendurch mit den Händen geformte imaginäre Herzen im Publikum. Auch ihre männlichen Kollegen zeigten vollen Einsatz und wirbelten über die Bühne. 

Das Set beinhaltete nicht nur Songs von Vuur selbst, die auf eine musikalische Reise durch verschiedene Städte mitnahmen, sondern auch Stücke von The Gentle Storm und The Gathering. Besonders der Hit „Strange Machines“, mit dem sich die Band verabschiedete und Platz auf der Bühne für den Headliner Epica machte, lies aufgrund der hörbaren Begeisterung vermuten, dass doch einige der Anwesenden Anneke van Giersbergen noch aus ihrer Gathering-Zeit kannten und schätzten.  

Epica

Das Rezept von Epica – man nehme düstere Herren an krachenden Gitarren, eine Prise Keyboard und präzise Drums – scheint aufzugehen. Viele Fans waren an diesem Abend gekommen, fleißig wurden Lieder mitgesungen und Zwischenkommentare der Symphonic Metal-Band sehr wohlwollend aufgenommen. Und auch wer sich diesem Genre nicht so verbunden fühlt, den wird die Stimme im Fokus wohl kaum unbeeindruckt gelassen haben. Gekleidet in ein langärmliges kleines Schwarzes gab Simone Simons all ihre gesanglichen Höhen preis. Selbst bei Aktionen wie dem gemeinsamen Springen saß jeder Ton. Immer wieder schwang sie ihre feuerroten Haare beim Headbangen und animierte das Publikum – in gutem Deutsch – es ihr und den anderen Bandmitgliedern gleich zu tun. Und das auch obwohl sie erklärte, bereits leichte Nackenschmerzen zu haben. Ein Hindernis stellte dies nicht dar.

Die Bühnenbeleuchtung sorgte mit kalt-grünen oder blauen Farbakzenten für eine sphärische Stimmung, dem Namen Epica muss schließlich alle Ehre gemacht werden. Musikalisch wurde diese Atmosphäre neben den sopranartigen Vocals insbesondere von den Synthie- und Pianoklängen unterstützt. Über die Notwendigkeit der extravaganten Ausführungen der Tasteninstrumente lässt sich wohl streiten. Bereits auf der Bühne fiel auf, dass der Keyboarder extrem beweglich zu sein schien. Machbar war dies durch ein drehbares Pult, das viele Faxen erlaubte. Des Weiteren wollte er es sich scheinbar auch nicht nehmen lassen, ebenso wie seine Freunde an den Saiteninstrumenten, zum Ende des Konzertes von der Bühne und ins Publikum zu stapfen. Eine Bauchladen-ähnliche Konstruktion ermöglichte ihm diese Fan-Nähe, ohne dabei sein Spiel unterbrechen zu müssen.

Für alle drei Bands galt an diesem Abend, dass die Musik zwar hart und zum Teil düster sein sollte, es aber die Akteure keineswegs davon abhielt, Spaß und Partylaune zu verbreiten. Dies gelang und hinterließ zufriedene Fans aus dem In- und Ausland. 

Websites:

Epica

Vuur

Myrath

Facebook:

Epica

Vuur

Myrath

Fotos: Stefanie Zerres

Stefanie Zerres

About author

Stefanie Zerres

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.