Interview: Albin Lee Meldau

Zum sechsten Mal fanden die sogenannten Cardinal Sessions statt. Drei Städte, viele neue spannende Künstler, coole Clubs und schon steht das Festival. In den Städten Köln, Hamburg und Berlin traten Mitte Oktober unter anderem Yak, Mister and Mississippi  und Albin Lee Meldau auf. Der 29-jährige Schwede Albin Lee Meldau ist ein besonders spannender Künstler, vor allem dank seiner charmanten Stimme, die spätestens mit der Hitsingle “Lou Lou” einigen bekannt sein dürfte. Vor seinem Auftritt in Berlin habe ich mich mit dem jungen Schweden zum Interview getroffen.

Wie denkst du darüber, bei der 6. Ausgabe der Cardinal Sessions dabei sein zu können? Hier waren unter anderem schon AnnenMayKantereit und Giant Rooks beteiligt. Ist es eine gute Chance für junge Künstler groß zu werden? 

Albin: Ich finde es großartig! Es steckt glaube ich ein super Team dahinter. Für uns ist es von enormer Wichtigkeit, dass so etwas stattfindet. Wir haben vor dem Festival ja auch eine Videosession mit Cardinal gemacht, selbst das war schon eine gute Erfahrung.

Wo sind sie auf dich aufmerksam geworden? 

Das erste Mal haben wir uns auf dem Haldern Pop Festival kennengelernt, mein Management hat dann den Rest arrangiert.

Überzeugt hast du ja nicht nur die Organisatoren der Cardinal Sessions, sondern auch die Macher des Eurosonic Noorderslags. Was ist die Erfahrung wert für dich, dieses Jahr in Gronigen dabei gewesen zu sein? 

Sehr wertvoll, die Leute dort sind super. Wir sind echt schon wieder viel rumgekommen und von all den Sessions oder Konzerten, die wir gespielt haben, war das auf dem Festival eine gehaltvolle Erfahrung.

Letztes Jahr wurdest du mit dem sogenannten Anchor Award auf dem Reeperbahn Festival ausgezeichnet. Was bedeuten dir Preise oder Auszeichnungen im Musikbusiness?

Klar, erst mal ist es eine Ehre, einen Preis zu bekommen oder überhaupt schon nominiert zu werden. Andererseits finde ich, ist Musik kein Wettbewerb. Insgesamt sollte man dem nicht so viel Beachtung schenken. Es kann natürlich eine gute Chance sein, bekannt zu werden als Newcomer.

Wie stehst du dann zu Streamingdiensten? Sind sie ein Hindernis oder ist es sogar eine gute Weise für kleine Bands, endlich bekannt zu werden?

Gut, ohne Streaming wäre ich sicher nicht da, wo ich jetzt bin. Ich entdecke dort selbst wöchentlich neue Sachen, ich mag es. Es bringt viel, denke ich, und es ist schön zu sehen, dass Musik so über Ländergrenzen hinweg verbreitet wird.

Die erste Single aus deinem möglichen Debütalbum ist “Same Boat”. Was kannst du mir über diesen Song sagen?

Ich bin sehr stolz auf diesen Song. Ein Song über Liebe, doch zugleich geht es auch darum, dass wir alle im selben Boot sitzen. Recht simpel eigentlich.

Meiner Meinung nach gelingt es dir mit Emotionen zu spielen, ähnlich wie St. Vincent auf ihrem neuen Album “Massseduction”. Du schaffst es persönlichen Gefühle und eine gesamtgesellschaftliche Sicht in einem Song zeitgleich einzubauen. Somit können sich viele Leute damit identifizieren.

Danke, ja ich versuch sowas immer zu schaffen. Ich will ja nicht, dass meine Songs so klingen, als könnte sie irgendein Songwriter schreiben. Die größten Songs liefern verschiedene Storys von verschiedenen Leuten, womit sich aber die meisten Menschen identifizieren können, weil sie ihn von der ersten Sekunde an verstehen. Dass versuch ich immer zu erreichen mit meiner Musik.

Wie schwer fällt es dir, dein Debütalbum zu schreiben?

Ich bin froh ein gutes Team hinter mir zu haben. Es ist leicht ein Album zu schreiben, aber ein gutes Album, puh. Das ist schon eine Herausforderung. Du kannst es wie Marvin Gaye bei “Let´s Get It On” machen und ein Album in einer Nacht aufnehmen. Aber du kannst genauso gut eine halbe Ewigkeit dafür brauchen. Ich tue wirklich mein Bestes, der Prozess ist wirklich hart. Das meiste davon, was auf dem Album landen wird ist letztendlich in London entstanden, ein paar Songs auch in Amerika.

Du hast ein Mixtape für Quentin Tarantino gemacht. Wie kam’s dazu?

Ein Musikproduzent von Tarantino fragte meinen Manager, ob ich das tun könnte. Ich habe davon erst mal gar nicht so viel mitbekommen, es war wohl direkt nach einer Show. Tarantino selbst habe ich nie getroffen. Ist auf jeden Fall ganz nett, aber er ist jetzt nicht Zlatan Ibrahimovic. Das wäre krass!

Haha! Bist du großer Fußballfan?

Auf jeden Fall. Ich bin Arsenal-Fan. Fußball in Schweden ist leider ziemlich langweilig. Mein Vater ist aus England, also ist der englische Fußball klar meine Heimat. Arsenal vor allem. Die spielen gerade gegen Everton. Es steht 1-1 zur Halbzeit. Richtig mies.

Ach die gewinnen das Ding, Everton ist diese Saison einfach nicht gut. (Arsenal gewann am Ende 5-2.) Doch zurück zum Thema, du hast bisher oft in Deutschland gespielt, wie findest du es hier?

Ach ich komm gerne nach Deutschland. Die Sprache ist einfach zu verstehen für mich als Schwede. Es gibt viele große Städte und jede hat seinen eigenen Charme, egal in welche Himmelsrichtung du hier gehst, du findest etwas Neues. Andererseits ist es für mich vor allem im Norden ähnlich wie Schweden. Wenn ich nach London fliege, ist es für mich ein anderer Planet, wenn ich nach Hamburg fahr, ist es für mich wie Schweden nur größer. Alles ist logisch hier, es gibt einen Bus von dort nach da und der Bus kommt auch, genauso wie bei uns in Schweden. Es ist zwar auf eine gewisse Weise langweilig, aber hat eine gewisse Regelmäßigkeit. Was das Leben an sich betrifft, würde mir wohl  Berlin aber am meisten gefallen.

Vielen Dank für das Interview!

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Daniel Guggeis

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