Interview: Three Dollar Hat

In Anlehnung an den gleichnamigen The Dead Weather Song gründete sich im Sommer 2016 die Band Three Dollar Hat. Im Rahmen der Veröffentlichung der Debüt-EP No Reflection In Black Mirrors trafen wir uns mit Three Dollar Hat-Sänger und -Gitarrist Themis in Paderborn.

Bitte präsentiere uns kurz die Band, Themis.

Hi, wir sind Three Dollar Hat. Mein Name ist Themis, ich bin Sänger und Gitarrist, Angie spielt Bass, Silas ist Gitarrist und Tim ist unser Drummer.

Alle Bandmitglieder haben Populäre Musik und Medien in Paderborn studiert. Inwiefern hat euch das Studium um eure musikalischen Fähigkeiten bereichert und diente es als musterhaftes Netzwerk?

Ich finde das insofern gut, weil wir uns alle im Studium kennengelernt haben, sehr gute Freunde geworden sind und gemerkt haben, dass alle so in etwa dieselbe Vision und den Elan haben, eigene Musik zu machen. Für mich persönlich ist das so ein kleiner Traum, endlich meine Lieblingsmusikrichtungen in meinem eigenen Bandprojekt so umsetzten zu können, dass ich mit allem Drum und Dran happy bin. Aber klar, du hast auch Recht, man baut sich auch ein gutes Netzwerk auf, wenn man Popmusik studiert.

Wie sieht die ostwestfälische Musik-Szene aus? Könnt ihr davon profitieren?

Keiner von uns vier kommt ursprünglich aus der Gegend. Es gibt aber ganz gute Musiker und Venues hier, die ich mag, auch unabhängige Projekte oder Förderungen von denen wir als Newcomer Band profitieren können. Aber man könnte natürlich noch viel mehr für Band- und Kulturförderung machen. Allerdings gilt das nicht nur für die Region, sondern für ganz Deutschland.

Was hat dich zur Musik gebracht?

Ich habe mit Gitarren- und Gesangsunterricht angefangen als ich neun oder zehn Jahre alt war, wollte das aber nicht lange üben. Ich glaube, am Anfang wollte ich wenig mit Musik zu tun haben, bis ich durch Zufall auf die The Kills-Platte Midnight Boom gestoßen bin. Ab dem Zeitpunkt musste ich mir mehr Musik holen, die so einen coolen Sound hatte. Ich wollte wissen, wie man das kreieren kann und ob es noch mehr solcher Bands gibt oder gab. Und dann war das wie so ein Sog, der mich angezogen hat. Mit elf Jahren habe ich dann angefangen Songs zu schreiben, Auftritte zu spielen und Bandprojekte zu starten.

Wie läuft bei euch der Prozess des Songwritings und Produzierens ab?

Ich schreibe die Songs allein und präsentiere sie Angie, Silas und Tim. Die Lieder sind dann schon so ca. zu 80 % fertig. Die Songs werden dann im Proberaum erprobt, jeder gibt seinen Input und wenn alles sitzt und passt, wird es aufgenommen oder in die Setlist inkludiert. Ich bin echt froh, jemanden wie Silas in der Band zu haben, der parallel auch im Recording fit ist. Für das Produzieren setzten wir uns mit unserer Technikerin Lea zusammen.

Three Dollar Hat haben sich letztes Jahr gegründet. Nun habt ihr vor kurzem eure erste EP „No Reflection In Black Mirorrs“ veröffentlicht. Wie zufrieden seid ihr mit dem Endprodukt?

Ja, genau, die EP kam am 13.Oktober raus und ist fast auf allen Onlineportalen und auf den Konzerten kaufbar. Es ist ja unsere Debüt-Platte und im Endeffekt hat sich der Sound ein bisschen anders entwickelt, als am Anfang erwartet. Ich glaube aber, dass das bei vielen Bands so ist. Wir sind doch alle ziemlich zufrieden damit. Für meinen Geschmack ist die Stimmung an manchen Stellen wunderbar düster und melancholisch. Sehr gitarrenlastig, aber doch auch poppig, verhallt aber auch verzerrt. Ich glaube, dass wir den Zuhörern eine gute Mischung unserer Band vorlegen.
Ich bin mega happy, endlich die CD in der Hand zu halten und unsere Musik präsentieren zu können. Ich glaube wir sollten daran arbeiten, dass beim nächsten Aufnehmen alles etwas glatter abläuft. Wir haben die EP über viele Monate verteilt im Home Studio aufgenommen, andere Instrumente dann später, die Drums dann separat in einem Tonstudio. Wir hatten nicht konstant die Zeit und die Mittel, alle am gleichen Ort zu sein und alles auf einen Schlag zu recorden.

Kannst du dir in Zukunft die Verwendung von Samples vorstellen?

Ich denke, wir sind nicht so große Fans von Samples in unserer Band. Bis jetzt haben wir keine Samples benutzt, aber ich liebe digitale Effekte oder Synthies, die nur auf der CD sind, live aber nicht eingesetzt werden.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Wann ist eure Live-Debüt?

Wir haben hier und da einige Interviews bis zum 17. November. Da feiern wir das Release von No Reflection in Balck Mirrors im Multicult in Paderborn. Du bist herzlichst eingeladen! Am 18. November supporten wir Ilgen-Nur in Bielefeld im Potemkin, worauf ich mich persönlich sehr freue. Wir sind auch an weiteren Konzerten dran. Der Plan ist, in langsamen, kleinen und gesunden Schritten ein Album aufzunehmen und dieses dann im Frühjahr zu veröffentlichen. Dann kommen wieder Gigs, Gigs, Gigs. Bis zum nächsten Jahr würde ich dann am liebsten noch ein zweites Video für die nächste Single drehen.


Fotos: Silas Pfeifer.
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Tour:

17.11. – Paderborn – Multicult
18.11. – Bielefeld – Potemkin (Support: Ilgen-Nur)

 

Niklas Johnen

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