Susanne Sundfør – Music for People in Trouble

Die norwegische Musikerin Susanne Sundfør lässt in einer tristen Welt den fröhlich klingenden Synthiepop hinter sich und widmet sich im Stile eines Father John Misty an die Welt in ihrer neuen Platte Music for People in Trouble. 

2015 befasste sich die aus dem norwegischen Haugesund stammende Künstlerin in ihrer Platte „Ten Love Songs“ noch persönlich mit der Liebe und all ihren Facetten. Doch wie viele andere Musiker kann sie schlecht wegschauen, was in unserer Welt gerade passiert. Sie selbst war ebenfalls nicht in guter Verfassung und wollte sich mit diesem Album aus dem „Abgrund heraus singen“, wie sie dem britischen Telegraph erzählte. Sie machte sich auf in die große Welt und reiste nach Nordkorea, in den Amazonas, nach Nepal und Island.  Sie wollte sich die Natur anschauen, welche in Jahrzehnten vielleicht schon verloren gegangen ist.

Susanne Sundfør denkt an die Zukunft in ihrem Album, aber auch an die politische Gegenwart und versucht den Hörer da auch abzuholen. Deswegen ist es aber noch lange kein politisches Album, viel mehr ist es ein Weg, in unserer verrückten Zeit bei Sinnen zu bleiben und sich zu entspannen, um die Aufgaben, die anstehen, mit voller Klarheit zu lösen. Die Norwegerin löst sich vom liebevollen Elektropop und konzentriert sich vor allem auf händische Instrumente wie eine entspannte Gitarre im Intro „Mantra“.

In „Reincarnation“ gibt es einen Vorgeschmack auf Countrymusik à la Susanne Sundfør. Eines der Highlights auf dem Album ist das klar von Radiohead beeinflusste „The Sound of War“, da hat sie zusammen mit Produzent Jørgen Træen etwas wirklich Besonderes geschaffen. Dieser Aufbau in die verschiedensten Klanglandschaften über 8 Minuten hinweg ist fabelhaft. Im Titeltrack gibt es einen kleinen poetischen Aufsager von einer männlichen Stimme, gesungene Lyrics enthält der Song nicht. In der ausgezeichneten Vorabsingle“Undercover“ kommt die Sängerin ihrem alten Stil am Nähesten heran: Klassische Klaviermusik mit ihrer bezaubernden Stimme unterlegt. Im wohlklingenden Finale „Mountaineers“ taucht dann auch noch der großartige amerikanische Sänger John Grant auf.

Wer sich durch Music for People in Trouble hört, begibt sich ähnlich wie die Sängerin selbst auf eine musikalische Reise durch die Welt, die kaum weiter gefasst sein könnte. Das ist ein schwieriges Unterfangen und kann auch Abschrecken, zumindest die Fans, die den elektronischen Popklängen von ihr gewohnt sind. Wer der Platte aber eine Chance gibt, wird kongenial erstaunt sein, wie beim wundervollen Album von Father John Misty, welches auch dieses Jahr erschien. Denn das, was die norwegische Songwriterin abliefert, ist komplex und klangvoll zugleich.

Homepage

Facebook

Bildquelle: Pressefreigabe

Daniel Guggeis

About author

Daniel Guggeis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.