Interview: Rikas

Am 05.08 eröffneten Rikas den letzten Tag des Appletree Garden Festivals auf der Waldbühne. Die vier Jungs Sam Baisch, Chris Ronge, Sascha Scherer und Ferdinand Hübner gaben ihren aus britischer Beatmusik und sonnengetränkten Surf-Pop bestehenden Sound mit einem extrem energiegeladenen Auftritt zum Besten. An dieser Stelle sei jedem ans Herz gelegt, diese junge wilde Band live zu erleben (s.u. Tour). Im Rahmen des Appletree Garden Festivals trafen wir uns mit den vier Stuttgartern.

Momentan seid ihr viel unterwegs, auch außerhalb von Deutschland. Sind das Reisen und die vielen Auftritte ein Stressfaktor für euch oder genießt er es?

Reisen kann sehr stressig sein. Aber man muss mit dem Stress positiv umgehen. Lange Autofahrten sind bei uns meistens sehr unterhaltsam, jeder darf mal als DJ ran und seine Playlist abspielen. Wir haben immer eine Frisbee und einen Fußball dabei um ein bisschen fit zu bleiben. In letzter Zeit waren wir auch mit einem Campingwagen unterwegs. Das hat sich dann schon wie Urlaub angefühlt und die anderen Bands auf den Festivals waren immer ganz neidisch auf uns.

Was haltet ihr vom ATG? Hattet ihr die Möglichkeit das Gelände zu erkunden oder euch andere Auftritte anzuschauen?

Für uns ist das der erste Festivalsommer als Band und wir waren vom ATG ganz verzaubert. Das Festivalgelände ist wunderschön, das Line-Up ist top und das Publikum ist sehr musikinteressiert. Unser Slot war um 14:30 Uhr – trotzdem war schon so viel los wie bei keinem anderem Festival in diesem Sommer. Wir konnten uns auch Maeckes und Tash Sultana anschauen. Beides sehr authentische Künstler die eine super Liveshow abgeliefert haben. Leider mussten wir aber gleich weiter zum nächsten Festival. Das ATG bekommt aber trotzdem 5 von 5 Sternen und wir kommen gerne nächstes Jahr wieder!

Dieses Jahr spielt ihr auf vielen Festivals. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Festivals für euch?

Festivals sind natürlich immer Ausnahmezustand. Alle drehen für drei Tage durch und wollen die beste Zeit haben. Wir kommen meistens auf das Gelände, machen einen Soundcheck, spielen die Show und müssen dann schon wieder weiter. Jedes Festivals hat aber seine ganz eigene Atmosphäre, quasi eine eigene kleine Welt, die in kurzer Zeit aufgebaut wird. Man kann das nicht unbedingt vergleichen. Bei manchen Festivals geht es nur um die Musik, manchmal steht aber auch die Party im Vordergrund. Da muss man sich als Band manchmal anpassen.

Euer Deutsche Musik kann auch Spaß machen! Trailer ist äußerst gelungen. Freut ihr euch schon auf die Support-Tour mit Von Wegen Lisbeth im Herbst? Welche Erwartungen habt ihr daran?

Danke erstmal dafür. Der Trailer ist in Madrid entstanden, wo wir letztens auf einer ganz verrückten Hochzeit spielen durften. Wir freuen uns riesig auf die Shows mit Von Wegen Lisbeth. Wir feiern die Musik und die Jungs sehr. Wir sind selber gespannt wie die Shows laufen werden, das sind fast jeden Abend 1.000 Leute. Da müssen wir uns gut vorbereiten um das Publikum zu überzeugen. Aber insgesamt wird das eine wirklich schöne Tour mit Städten, in denen wir noch nie gespielt haben.

In welchen Ländern würdet ihr noch am liebsten live spielen? Bzw. welche Länder der Welt stehen noch auf eurer To-Do Liste?

Vor ein paar Monaten haben wir mal aus Spaß eine To-Do Liste geschrieben. Ganz oben steht da Rock in Rio in Brasilien. Es gibt auch einen Song von uns, der sich Mexico City nennt. Das wäre natürlich auch eine feine Sache. Es zieht uns also nach Südamerika, passt ja auch ein bisschen zu unserem Dschungel-Pop.

Lebt ihr in Stuttgart? Wie sieht die Stuttgarter Musikszene aus?

Ja, wir wohnen alle in Stuttgart und sind hier auch aufgewachsen. Aus Stuttgart kommen ja einige musikalische Leckerbissen wie zum Beispiel Fanta 4 oder Die Orsons. Die Stuttgarter Musikszene ist ein bisschen schüchtern. Es gibt wirklich viele gute Bands und Künstler die hier sind, aber viele kommen nicht so richtig aus dem Kessel heraus. Und es ist jetzt nicht so wie in Berlin, wo Künstler aus anderen Ländern kommen um dort zu wachsen. Vielleicht war das auch ein kleiner Vorteil für uns, weil es immer eine Auftrittsmöglichkeit gab und nicht zu viele Bands live spielen. Sogar die Königsstraße in Stuttgart hat uns geholfen, durch Strassenmusik bekannter zu werden.

Woher stammen eure musikalischen Einflüsse? Stuttgart steht ja noch (!) nicht stellvertretend für einen Mix aus kalifornischer Strandmusik, britischer Beatmusik und New Yorker Rock & Jungle Pop.

Unsere musikalischen Einflüsse sind ganz unterschiedlich. Wir stehen sehr auf Bands, die ihren eigenen Sound entwickeln und definieren. Da gehören Gruppen wie Vampire Weekend, Phoenix oder Bilderbuch dazu. Ein großes Vorbild ist natürlich auch die 60er Jahre Beatmusik im Stil von The Beatles oder The Wrecking Crew.
Südamerikanische Klänge sind aber auch ein starker Einfluss für uns. In letzter Zeit haben wir zum Beispiel oft das Album Mambo Sinuendo von Ry Cooder und Manuel Galban gehört.

Wie läuft der kreative Prozess der Musikproduktion bei euch ab?

Der kreative Prozess gehört für uns zu den schönsten Dingen in einer Band zu sein. Der Prozess, wie ein Song entsteht, ist oft unterschiedlich. Meistens wird eine Idee am Computer festgehalten und dann so früh wie möglich versucht mit der Band umzusetzen. Es wird also viel gebastelt bevor der Song fertig ist. Manchmal flutscht es aber direkt und die Songs entstehen sofort im Proberaum.

Wie sieht eure nahe Zukunft aus? Sind EP’s oder ein Album in Produktion?

In nächster Zeit steht viel an. Wir spielen noch einige Festivals und dürfen dann Ende August Bilderbuch in Linz supporten. Für uns ist das ein kleiner Ritterschlag als große Fans der Band. Und es gibt es ja noch die Von Wegen Lisbeth Tour im Oktober.
Wir haben im Juli die Aufnahmen für unsere erste offizielle EP abgeschlossen. Die haben wir über den Sommer zusammen mit dem Produzenten Robert Stephenson aufgenohmen. Das war ein sehr intensiver aber auch lustiger Aufnahmeprozess. Die erste Single wird auch nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. Das wird alles sehr aufregend und eine Reise ins Ungewisse. Aber wir freuen uns! Die Fans sind inzwischen alle langsam genervt, weil wir immer noch nicht auf Spotify sind.
(Alle lachen.)


Fotos: Elena Pifeas.
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Tour:

17.08 – Berlin – 25hours Hotel Bikini (Eintritt frei)
18.08 – Bergheider See – Artlake Festival 
19.08 – Köln – c/o Pop (Eintritt frei)
20.08 – Luxembourg – Kolla Festival 2017 (Eintritt frei)
02.09 – Berlin – East Side Music Days
03.09 – Wuppertal – Only Hut Festival
24.10 – Ulm – TBA
25.10 – Nürnberg – TBA

Niklas Johnen

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