Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi – 23.05.2017 – Palladium, Köln

In einer Show von über zwei Stunden Länge präsentierte Käptn Peng zusammen mit Shaban und den Tentakeln von Delphi viele neue und auch einige ältere Lieder

Da Käptn Peng und die Tentakel einen Hang zum Fantasievollen und etwas Mysteriösen haben, wurde auch das Konzert im Palladium entsprechend begonnen. Das Intro wurde gesprochen, während alles abgedunkelt war. Bloß die Mitglieder der Band hatten Stirnleuchten auf, was dem Ganzen etwas Mystisches verlieh. Die Band bestand dabei aus Käptn Peng selbst, seinem Bruder Shaban, und drei weiteren Musikern an Gitarre, Kontrabass und Percussion, die neben klassischen Drums aus Backutensilien wie Blechen und Schneebesen bestand. Außerdem wurden ab und an andere Instrumente eingesetzt wie zum Beispiel Synthesizer (besonders bei neueren Songs). Alle Musiker wurden dabei persönlich vorgestellt.

Dadurch, dass Shaban ein Teil der Tentakel ist, eröffnet sich die Möglichkeit, dass Lieder des ersten Peng-Albums Die Zähmung der Hydra, auf denen die beiden Brüder zusammen rappten, performt werden konnten. Beispiele dafür sind “Flotten von Mutanten”, “Haus Brennt” und der Hit “Sie Mögen Sich”, welcher den ersten spürbaren Höhepunkt des Abends für das Publikum darstellte.

Zwischendurch sorgte vor allem die entspannte Haltung der Musiker für eine gute Stimmung. Als Peng zum Beispiel an einer Stelle den Text des Songs vergaß, den er gerade rappte (was beim ersten Auftritt der Tour durchaus mal passieren kann), wurde einfach ein wenig diskutiert und überlegt. Daraufhin wurden ein paar Passagen ohne Beat gerappt, bis es flüssig zum nächsten Lied überging. Außerdem wurde der Song “Identitetris” des Voracts Pavlidis performt. Der Song ist gefeatured mit Käptn Peng und Lemur – letzterer wurde dabei von Shaban gekonnt ersetzt. Ein Wenig später begeisterten Pavlidis und Peng damit, dass sie gemeinsam freestylten, was tatsächlich ziemlich authentisch rüberkam und für ordentlich Unterhaltung sorgte.

Bevor “Labyrinth” vorgeführt wurde, gab Käptn Peng zu, dass er selbst nicht ganz weiß, worum es im Song eigentlich geht – bis auf das Ende. Ein zweiter, vielleicht noch signifikanterer Höhepunkt fand mit der “Sockosophie” statt, wobei Peng mit sich selbst, beziehungsweise mit einer Socke auf seiner Hand ein Duett vollführte. Abgeschlossen wurde das Konzert dann ironischerweise mit “Der Anfang ist Nah” und “Platz Da” – nach über zwei vollen Stunden Musik.

Im Endeffekt war die Show geladen von Musik, die super vorgestellt wurde, von einer Handvoll super sympathischer Herren. Und obwohl das Palladium ein wenig zu groß für Käptn Peng und Die Tentakel von Delphi ist, war die Stimmung doch bombastisch. Eine kleinere Location würde definitiv besser zu der bodenständigen Truppe passen, doch das ist ob wachsender Popularität wohl kaum länger möglich.

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Foto: Martin Dost

 

Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student.
Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw.
Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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