Agnes Obel – 24.05.2017 – Gloria, Köln

Bei ihrem Auftritt im Kölner Gloria entpuppte sich Agnes Obel nicht nur als begnadete Livemusikerin, sondern auch als äußerst sympathischer Mensch

Klassische Musik wie Agnes Obel sie macht kann nur schlecht von einer Person auf der Bühne gespielt werden, weswegen sie drei weitere Musikerinnen als Unterstützung dabei hatte. Ein, selbst heutzutage, durchaus ungewöhnlicher Anblick – doch zur Musik und zum Setting hätten die vier in weiß gekleideten Damen besser nicht passen können, und das Besondere daran machte es bloß noch besser. Gespielt wurden Percussion, zwei Cellos, eine Autoharp, ein Mellotron und eine Ukulele, während Obel selbst das Klavier oder Keyboard besetzte. Gesungen wurden von allen vieren. Abgesehen davon setzte sich die Band außerdem aus vier unterschiedlichen Nationalitäten zusammen: Agnes Obel selbst natürlich kommt aus Dänemark, ihre Kolleginnen aus Frankreich, Kanada und England.

Da am Vortag des Konzertes eine Lücke im Tourplan war, hatte die Gruppe Zeit, um Köln zu genießen, wie Obel während des Konzertes erzählte. Falls das Publikum nicht zuvor bereits auf ihrer Seite war, war dies spätestens der Fall als die Dänin sagte, dass sie alle vier in Köln verliebt seien. Ob des überaus warmen Tages zuvor war dies natürlich nicht unbedingt unglaubwürdig. Mit Köln verbindet die Musikerin außerdem, dass auf jedem einzelnen Konzert dort etwas schief geht. Zuvor waren dies eine verlorene Kontaktlinse und ein Sturz auf den Stufen der Kulturkirche. Diese Ansagen kamen immer wieder zwischen den Liedern und zwar sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Deutsch spricht Agnes Obel übrigens sehr gut, und zwar mit einem Akzent, der so liebenswürdig ist wie nur möglich. Auf Deutsch machte sie sich also auch zum Beispiel ein bisschen darüber lustig, dass ihre Bandkollegin sie nicht verstehen konnte, als sie davon sprach, dass diese Heimweh habe.

Doch nun zur Musik: Was zuerst gesagt werden sollte ist, dass Obels Stimme live mindestens ebenso eindrucksvoll ist wie auf Platte. Ergänzt durch den Klang von Klavier und Streichern erzeugte sie eine unglaubliche Atmosphäre. Die Videoübertragungen mit farbigen Effekten taten ihr übriges. Das Repertoire der Sängerin besteht aus mehr Songs als in ein Konzert gepackt werden können, weshalb jeder Song, der gespielt wurde absolut super war. Währenddessen war es im gesamten Saal so ruhig, dass von ganz hinten ein Becher gehört werden konnte, der vorne auf den Boden fiel.

Auf einzelne Lieder soll hier gar nicht eingegangen werden, abgesehen von einem der letzten: “September Song”, welcher für die Musikerin laut eigener Aussage ein fröhlicher Song sei und den sie zusammen mit einer der Cellistinnen zu zweit am Klavier spielte.

Abschließend kann gesagt werden, dass jeder Besucher an diesem Abend im Gloria in den Genuss kam, einer absolut netten, sympathischen und authentischen Künstlerin bei der Arbeit zuzusehen, die sich auf beste Art und Weise um die Unterhaltung ihrer Gäste bemühte – was ihr gelang.

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Foto: “Familiar” Singlecover

Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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