HONNE – 22.05.2017 – Köln, Gloria Theater

Kölner Hebammen und Ärzte, haltet euch bereit! Die Wahrscheinlichkeit, dass in 9 Monaten viel Arbeit auf euch zu kommt ist immens hoch.

Mit dem im Winter veröffentlichten Debütalbum Warm on a Cold Night beglückten HONNE am 22. Mai das Gloria Theater in Köln und hatten mit dem österreichisch-US-amerikanischen Support James Hersey ein Streaming-Schwergewicht im Schlepptau. James Hersey hat letzten Winter mit der Single Miss You insbesondere im Streaming-Bereich für Aufruhr gesorgt. Innerhalb der ersten acht Wochen wurde die Single mehr als 15 Millionen Mal gestreamt und liegt mittlerweile auf Spotify jenseits der 80 Millionen Streams.

Die Londoner Andy Clutterbuck und James Hatcher erhielten an diesem Abend Unterstützung vom Schlagzeuger Duayne Sanford, vom Bassisten Amadu Koroma und von der Background-Sängerin Naomi Scarlett. Somit stand der Live-Performance ihres Glitter-Elektro-Souls nichts mehr im Weg. Oder wie der Telegraph UK die Musik HONNEs titulierte: „Der Futuristic Soul von HONNE ist Musik zum Babymachen.

Das Gloria Theater in Köln war schon im Vorfeld des Konzerts restlos ausverkauft. Als HONNE gegen 20:30 Uhr die Bühne enterten und mit “Treat You Right” loslegten, konnte man dies letztlich auch dem hohen Kreischpegel der Zuschauer entnehmen. Völlig unaufgeregt, mit viel Spaß und einem stets verschmitzten Lächeln griff “Treat You Right” in das nachfolgende Stück und ließ das Konzert zu einem einzigen langen Song werden, was wie bei Neil Young nicht als schlechter Charakterzug gemeint sein soll. Treibende Beats, Schmuse-Sounds und Andy Clutterbucks feinfühliger Gesang fungierten als große Stützen des Sounds.

HONNEs verschmuster Future-Soul lief im Laufe des Konzerts teilweise auf der Grenze zum glänzend schimmernden Kitsch, erreichte ihn dabei jedoch glücklicherweise gekonnt nie. Ebenso muss man den britischen Musikern zugutekommen lassen, dass sie die vermeintlichen Zugaben nicht als „Encore“ bezeichneten, sondern als „second chapter“ und sich somit förmlich dem Zugabenwahn entgegenstellen. Das Publikum fühlte sich stets geborgen in HONNEs warmen, weichen Sounds und spendete der Background-Sängerin Naomi Scarlett Szenenapplaus, bei der Darbietung des Songs „Somebody That Loves You“.

In Erinnerung bleibt ein durchweg wohlfühlender Konzertbesuch mit zuckerwatteweichen, warmen Soundspektren, die den Kitsch geschickt umgingen und das Publikum, durchtränkt mit einem “feel-good-Gefühl”, in das Kölner Nachtleben entließ.


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Foto: Pressefreigabe

Niklas Johnen

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