Ásgeir – 17.05.2017 – Köln, Luxor

Mit seiner Band spielte der Isländer im restlos ausverkauften Luxor ein berührendes Set aus alten und neuen, isländischen und englischen Songs

Wie eben üblich begann der Abend mit Voracts. Schon um acht Uhr war das ausverkaufte Luxor prall gefüllt und somit hatte die Solo-Künstlerin Tusks aus London auch schon ein ansehnliches Publikum zu überzeugen. Mit ihrem meist tiefen, ruhigen Gesang, der hallenden E-Gitarre, dem Keyboard und dem gelegentlich eingesetzten Drumpad schaffte sie dies alleine wirklich gut und spätestens mit ihrem Cover von “London Thunder” der Band Foals brachte sie alle auf ihre Seite.

Eine angenehm kurze Umbaupause später ging es dann weiter, und Ásgeir eröffnete sein Set. Der anfänglich bescheidene und etwas erdrückende Sound wurde schnell besser und viel angenehmer. Als Opener wählte der Isländer den Song „Hold“, der auf Isländisch performt wurde.

Obwohl es viele verschiedene Sorten Singer/Songwriter gibt, kann man sie doch generell in zwei Kategorien einteilen: Jene, die solo auftreten, und jene, die von einer Band unterstützt werden. Ásgeir gehört zu letzteren und hatte eine fünfköpfige Truppe dabei, die ihm mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard zur Seite stand. Für die Musik des Isländers war dies auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da seine Songs dadurch die musikalische Tiefe, die sie auf Platte besitzen, behielten. Aus dieser Tiefe sticht immerzu das Falsett des Sängers heraus, welches auch live stets auf den Punkt getroffen wurde. Die eher atmosphärischen Songs (ergänzt durch die Enge des Clubs) sorgten dafür, dass recht wenig getanzt und mehr andächtig gelauscht wurde. Wenig, aber nicht gar nicht, denn besonders in der zweiten Hälfte des Konzertes wurden mehrere Stücke gespielt, die durch getriebene Drums oder lockere Melodien durchaus zum Bewegen anregten. Zu nennen wären da etwa “King and Cross” oder „Head In The Snow“ von Ásgeirs erstem Album In The Silence.

Zwischen den Stücken blieb es dafür sehr, sehr still. Schon die einfache Kleidung des Künstlers in T-Shirt und Jeans ließen darauf schließen, dass es sich hier um einen zurückhaltenden Mann handelt. Das ist allerdings noch grob untertrieben, denn wenn er nicht musizierte, erschien der Musiker sehr schüchtern, und brachte zwischen den Liedern bloß ab und zu ein “Thank you” heraus. Dazu stellte er seine Bandmitglieder vor, doch selbst dies teilte er in zwei Phasen, zwischen denen einige Lieder lagen. Die Zurückhaltung war etwas schade, da man auf Konzerten gerne etwas mehr über die Songs und den Künstler dahinter erfährt. Doch das wurde den Zuschauern im Luxor nicht gegönnt. Dies machte Ásgeir jedoch musikalisch problemlos wieder gut. Einen weiteren großen Sympathiepunkt konnte er sich am Ende außerdem mit seinem Merchandise-Verkauf sichern, durch günstige 15 € für T-Shirts und bloß 20 € für LPs – beide kosten auf den meisten Konzerten um die 10 € mehr.

Als Zugabe wurden die Lieder „Stardust“ und „Torrent“ gespielt. Letzteres war dann das krachende Finale eines insgesamt eher ruhigen Abends. Es war ein wirklich lohnendes Konzert, das dem Publikum genau das gab, wofür es gekommen war. Allen, die es nicht mehr geschafft hatten, Tickets zu bekommen sei gesagt, dass Ásgeir im Herbst wiederkommt. Die Daten hierzu werden bald bekannt gegeben.

Links:

Tusks:
Facebook
Homepage

Ásgeir:
Facebook
Homepage

 

Foto: Pressefreigabe

Alexander Mann

About author

Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.