The Wholls – The Wholls

Die Newcomer The Wholls machen nicht nur testosterongeladene „Dicke Eier“-Musik, sondern retten mit ihrem Debüt auch gleich mal nebenzu den modernen Gitarren-Rock aus der Mainstream-Hölle.

Musiktrends sind ein Phänomen für sich. Dass das klassische 80ies-Feeling oder der Psychedelic-Sound vergangener Tage so ein Revival wie in den letzten Jahren erleben würde und dadurch so viele großartige Bands entstehen würden, hätte wohl keiner vorhergesehen. Dann gibt es aber auch wieder Trends, die viele Fans und Musikliebhaber maßlos enttäuschen. Einer davon ist das übermäßige Anbiedern alter Rockband-Klassiker an den Mainstream und die schamlose Übernutzung von Electronica-Elementen (I’m looking at you, Linkin Park). Doch ein Hoffnungsschimmer strahlt (wie sollte es auch anders sein) aus Great Britain und nennt sich kurz und knapp: The Wholls.

Keine Whools und auch keine Holls – Den Bandnamen der UK-Newcomer spricht man aus wie den Plural von Mauer und bedeutet laut eigener Aussage: Dicke Eier. Zumindest höre sich das italienische Wort dafür sehr ähnlich wie „The Wholls“ an. Und dieser Name passt wie die Faust auf die Kronjuwelen. Mit italienischen Wurzeln und einer ordentlichen Portion Testosteron lassen sie die Gitarren kreischen und die Drums knallen. Dieser musikalische Tritt in die Cojones macht sich schon beim Opener „Perfect Waste Of Time“ bemerkbar, der klar macht: Dieses Album ist alles andere als Zeitverschwendung! Die Coolness flowt von einem Song zum nächsten und bei Nackenbrecher-Tracks wie „Take Jimmy“ oder „Angry Faces“ wachsen die Brusthaare gleich um ein paar Zentimeter.

Aber auch diejenigen, die sonst die Lederjacke lieber im Schrank lassen und es auch mal softer mögen, werden mit dem UK-Import bedient. Die Single „X21“ zum Beispiel ist locker, leicht und lässt die elektronischen Effekte ganz dezent im Hintergrund vor sich hinbratzen. Selbst wenn es dann gemäßigter wie in „Going Down“ oder „Scarecrow“ zugeht, wird es nie zu poppig und die Jungs lassen den Rocker-Ursprung stets durchklingen – lieber echte Gefühle statt Weichspüler. So flexibel eben, wie guter Alternative sein sollte! Ihre musikalische Vielfältigkeit und Live-Qualitäten konnte die Truppe unter anderem auch schon als Support von Royal Republic unter Beweis stellen.

Mit ihrem selbstbetiteltem Debütalbum bringen The Wholls endlich wieder die „Balls“ in die Rock-Szene zurück. Mit dicker Hose schaffen sie den perfekten Spagat zwischen locker-coolem Sound, der viele ansprechen dürfte und dem gewissen Grad an Heavyness, der die inneren bösen Buben und Mädchen aus uns allen hervorlockt und wild im Takt mitnicken lässt.

Links:

Homepage
Facebook

Bildquelle: Pressefreigabe

Christian Gschwilm

About author

Christian Gschwilm

Texter aus Leidenschaft, Konzert-Suchti, Bierdeckelphilosoph. Kann ganz gut mit Worten jonglieren und kennt sich im Medien-Zirkus aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.