Ed Sheeran – ÷ (Divide)

Mit seinem neuen Album ÷ unterstreicht Ed Sheeran seinen Status als internationaler Megastar – sowohl im positiven als im negativen Sinne

Album Nummer drei, mathematisches Zeichen Nummer drei. Nach + und x (Multiply) folgte zu Beginn des Monats ÷ (gesprochen: Divide). Bereits nach x hatte Sheeran eigentlich niemanden mehr zu toppen, gehörte zu den Größten der Großen und musste diesen Status im Prinzip nur noch verfestigen – was ihm definitiv gelungen ist. Die Verkaufs- und Streamingzahlen sprechen für sich und jeder Mensch, der irgendwo auf der Welt seit Anfang des Jahres mal das Radio angemacht hat, kennt sowohl “Shape Of You” als “Castle On The Hill”, die Top-Hits des Albums.

Doch nicht nur mit diesen beweist der Brite sein Talent – auch rappen kann er nach wie vor, wie er direkt auf dem Opener des Albums “Eraser” hören lässt. Was folgt, sind zahlreiche Songs wie man sie erwarten konnte, über die allgegenwärtige Liebe, das Leben als Superstar (sowie den Weg dorthin) und Sheerans verstorbene Großmutter. Es hat sich tatsächlich nicht viel verändert im textlichen Repertoire des Singer/Songwriters, selbst den familiären Aspekt kennt man bereits und dieser ist auch auf Divide mehrfach vertreten.

Musikalisch sieht das bereits anders aus: Offenbar hat Sheeran den klassischen Folk der britischen Inseln für sich entdeckt und ihn direkt in Nancy Mulligan und Galway Girl selbst interpretiert. Letzterer Song gehört zu den beliebtesten des Albums, was wohl der interessanten Kombination mit Rap zuzuschreiben ist. Eine erfreuliche Neuerung, leider jedoch auch die einzige, die auf Divide zu finden ist. Abgesehen natürlich von dem ungewohnt poppigen “Shape Of You” ,welcher (natürlich) ein Smash-Hit wurde. Doch auch in den restlichen Stücken des Albums hört man, dass der Songwriter (welcher nicht nur seine eigenen Hits komponiert) längst nicht mehr der einzige Writer seiner Songs ist. Darüber kann man als Kritiker jedoch hinwegsehen und es angesichts des damit erreichten Erfolges auch nachvollziehen. Über die hohe Qualität der Lieder lässt sich kaum diskutieren, der anhaltende Erfolg spricht für sich. Und wer könnte diesen dem sympathischen Kerl nicht gönnen?

Was bleibt, ist ein neues Album eines Künstlers, der es trotz immensem Erfolg noch geschafft hat, sympathisch zu bleiben und dessen Musik für heutige Verhältnisse noch zu einem erstaunlich hohen Anteil von ihm selbst kommt. Natürlich gibt es Punkte über die sich ein Fan beschweren kann, wie etwa die bereits genannte fehlende textliche Variabilität. Aber wieso sollte man auch Risikos eingehen, wenn das Erfolgsrezept eindeutig ist? Ed Sheeran liefert verlässlich und untermauert seinen Erfolg ohne Unterlass.

Links

Facebook
Homepage

Alexander Mann

About author

Alexander Mann

Alexander, 21, Student.
Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw.
Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.