Mitski – 25.02.2017 – München, Milla Club

Die grandiose Mitski begeistert ihre Fans trotz Soundprobleme und kaputtem Instrument.

Konzertabende im Münchner Milla Club sind immer etwas ganz besonderes! Das Milla hat eine besondere Atmosphäre, bei der sich der Besucher wie auf einem etwas größeren Wohnzimmerkonzert fühlt. Der Sound ist natürlich um einiges anderes als bei einem solchen Konzert. Wobei an diesem Abend diesbezüglich nicht alles rund lief.

Das Milla war schon zur Vorband Personal Best gut gefüllt. Die ein oder andere Person plauderte noch darüber, dass sie Mitski gar nicht kennen und nur für die Vorband da seien – “Verrückt!” dachte ich mir. Ein paar Andere waren anscheinend sogar nur zufällig hier. Sie haben es also quasi wie bei einer Sneak Preview im Kino gemacht. Das kann doch auch mal amüsant sein.

Personal Best legten pünktlich los und hauten von der ersten Sekunde an wild in ihre Instrumente. Die recht junge Truppe aus der britischen Küstenregion Southsea war hochmotiviert und sorgte für eine enorm gute Stimmung. Personal Best hatte danach sicherlich ein paar neue Fans dazu gewonnen. Musikalisch bieten sie zwar nicht die Innovationsbombe, aber das machen sie mit ihrer Mühe und Esprit wett.

Nach kurzer Umbaupause ging es schon weiter mit Mitski. Die 25-Jährige ist in den USA inzwischen eine Ikone des Indie. Vor allem ihre neue Scheibe Puberty 2 verhalf ihr letztes Jahr dort zum Durchbruch. Nach einer ausgiebigen US-Tour schaute die amerikanisch-japanische Künstlerin auch in München vorbei. Die Vorfreude war groß.

Mitski war mit ihrer Band schon auf die Bühne gekommen. Dann hieß es: Kurz noch etwas den Sound checken und Bass stimmen. Sie fummelte ein wenig an ihrem stylischen Amp von Orange rum, der scheinbar wieder in Mode gekommen ist und dann ging es auch schon mit “Dan the Dancer” los. Dann zeigte sich der erste kleine Makel an diesem Abend: Das Mikro war noch extrem leise gestellt. Zwischen den Songs hielt sich Mitski etwas zurück, bedankte sich aber beim eifrig jubelnden Publikum.

Die Menge war begeistert, auch wenn sie merkte, dass Mitski sich etwas schwer tat, eine gute Performance abzuliefern. Wie sich heraustellte, lag die Schuld keinesfalls an ihr. Sie gab ihr bestes, performte ihre Songs so gut es ging und mit extrem viel Herzblut, doch sie hörte sich selbst nach dem vierten und fünften Song immer noch nicht über den Monitor. Auch mit ihren Pedals schien etwas nicht in Ordnung zu sein. Sie probierte mit ihrer Band immer wieder herum, aber es schien nicht besser zu werden.

Die nächsten zwei Songs versuchten sie noch als Band zu spielen, doch spätestens vor dem Song “Thursday Girl” sagte Mitski: “Es geht nicht mehr. Bei mir ist alles kaputt.” Ihre Band begab sich daraufhin in den Backstage-Bereich und sie machte mit der funktionierenden Gitarre von ihrem Bandkollegen weiter und spielte ab dann ein Soloset. Diese durchaus starke Set unterbrach Mitski aber wiederum nach drei Songs.

Viele Fans jubelten, schrien nach Zugabe und hofften darauf, dass Mitski nochmal auf die Bühne kommt. Sie kam sogar nach ein paar Minuten zurück, aber verkündete dann, dass das Konzert nun beendet sei. Es tue ihr sehr leid, aber die restlichen Songs könne sie nur mit der Band spielen. Auf Grund des fehlenden Monitorings und des kaputten Pedals war das aber leider nicht mehr möglich. Schade, aber lieber ein Konzert beenden als die perfekten Songs in einer schlechten Qualität spielen.

Mitski kommt dafür im Sommer für zwei Termine zurück nach Deutschland. Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt hin:

16.06.2017 Hamburg – Nachtspeicher
18.06.2017 Mannheim – Maifeld Derby

 

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Daniel Guggeis

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