Bilderbuch – Magic Life

Bilderbuch bringen ihr Magic Life und darin geht es neben umwerfenden Gitarrenriffs um die Liebe zum Stress, um Sweetlove und Free Drinks

Bilderbuch sind in vielen Hinsichten eine der interessantesten Bands der deutschsprachigen Musiklandschaft. Zum einen wären da ihre Texte, die zu 100% von Herzen zu kommen scheinen, und somit auch keine Angst vor zu simplen Reimen haben („Wir trinken Schorle, trinken Soda/Komm vorbei mit deinem Skoda“ aus „Bungalow“). Das macht sie gerade so interessant und entlockt dem Zuhörer regelmäßig ein Lachen, kann aber an anderen Stellen auch erstaunlich künstlerisch wirken. Des Weiteren ist die Musik der Gruppe absolut einzigartig und schwankt ständig zwischen Rock, Elektro, Pop und Hip-Hop – in den verrücktesten Kombinationen und Abfolgen.

Kennt man Bilderbuch noch nicht (was ob ihrer aktuellen Popularität recht unwahrscheinlich ist), mag Magic Life tatsächlich nach dem experimentellen Album einer Newcomerband klingen, dabei existieren sie schon seit zwölf Jahren, haben mittlerweile vier Alben herausgebracht, von denen das letzte in ihrem Heimatland Österreich Platinstatus erreichte, und zahlreiche Preise für ihre Musik verliehen bekommen – sie wissen tatsächlich ganz genau was sie machen und bleiben sich selbst dabei immer wieder treu. Dabei schaffen sie es sogar, meisterhaft Gebrauch vom Autotune zu machen, und das kann man sicher nicht über viele Künstler sagen.

Bereits mit den vorab veröffentlichten Liedern „Sweetlove“, „I <3 Stress“, „Erzähl Deinen Mädels ich bin wieder in der Stadt“ und „Bungalow“ konnten Bilderbuch Kritiker und Fans überzeugen, doch nun steht fest, dass Magic Life sich auch in seiner Gesamtheit nicht vor seinem starken Vorgänger Schick Schock verstecken muss. Inhaltlich kann sich ein Song von Bilderbuch eigentlich um alles drehen und dabei ein alltägliches Thema in Worten beschreiben, die man so noch nicht gehört hat. „Investment 7“ beispielsweise beschreibt die Liebe als etwas Kalkulierbares. Das selbige könnte sich als lohnend herausstellen, oder eben wie die vorherigen sechs als Fehlinvestition. Andere Lieder, wie „Erzähl Deinen Mädels ich bin wieder in der Stadt“ begeistern vorrangig auf instrumentaler Ebene.

Beim Durchhören des Albums fällt auf, dass es keinen Song gibt, der zu viel oder fehl am Platze ist. Die Qualität der Songs bleibt durchweg hoch und Schwachstellen existieren nicht. Dort, wo Magic Life Gefahr läuft, ein bisschen zu ruhig zu werden, werfen die Jungs einfach „SUPERFUNKYPARTYTIME“ ein und bringen jeden Zuhörer dazu, zumindest mit den Beinen mit zu wippen, egal wo dieser sich auch gerade aufhält.

Kein Zweifel: Bilderbuch wissen, dass sie gute Musik machen können, und das stellen sie mit Magic Life wieder eindrucksvoll unter Beweis. Der Name ist Programm.

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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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