Jack Savoretti – Sleep No More + Tour

Manche Alben muss man zwei- oder mehrmals hören, bis man sie vollends versteht. Oder zumindest meint es zu tun. Manchmal ist es die Musik, die auf den ersten Akkord nicht ganz eingängig oder in sich schlüssig scheint, manchmal sind es die Texte, die uns mit ihren Bildern vor ein Rätsel stellen. Gerade das macht allerdings doch oftmals den Reiz aus und so sollte sich ein jeder ab und an die Mühe machen, den roten Faden den uns der Künstler oder die Künstlerin entgegenstreckt zu ergreifen und sich an ihm langsam durch die Musik zu tasten. So ähnlich ist es mit dem Ende 2016 erschienenen Album „Sleep No More“ von Jack Savoretti.

Der 32-jährige Singer-Songwriter kommt im Februar auf Deutschland Tour und so schauen wir noch einmal zurück auf sein neuestes Schaffen: Zwölf neue Songs enthält Jack Savoretti’s bei BMG Music veröffentlichtes Album, in dem er nicht nur als Sänger, sondern auch als maßgeblicher Songwriter auf seine Kosten kommt. Nachdem 2015 sein viertes Studioalbum „Written in Scars“ erschien und es, rund 150 000 mal verkauft, bis in die Top 10 der UK Albumcharts schaffte, legt der Künstler nun noch einmal nach und schon beim ersten Hören ist klar: Dieses Album verfolgt eine klare Linie, erzählt eine sehr persönliche Geschichte und die scheint nicht immer einfach. „Ich singe von Dingen die dich nachts wach bleiben und nicht mehr schlafen lassen.“, beschreibt Savoretti die Thematik seines neuen Albums.

In eingängigen Melodien, mal rockig mal ruhig, mal melancholisch, mal aufstrebend und oft fast hymnengleich anmutend, erzählt er eine Liebesgeschichte, die nicht einfach schwarz oder weiß ist und bricht sie wie durch ein Kaleidoskop in unterschiedlichen Schattierungen in seiner Musik auf. Die Songs sind rhythmisch und die Melodien tragend. Manches Lied tanzt stilistisch etwas aus der Reihe und erinnert neben den sonst so poppigen Songs in einigen Zügen an Bruce Springsteen und folkorientierten Rock. Zum Beispiel in „We Are Bound“ oder „Any Other Way“, was aber auch an Jack Savorettis rauer, süßholzraspelnder Stimme liegen mag.  „Sleep No More“ beinhaltet somit variierende und teils emotionalere Songs als sein Vorgänger: Es sei eine Liebeserklärung an seine Frau, jedoch keineswegs eine solch klischeebehaftete wie sie vielleicht in einem Liebesbrief zu finden wäre. Vielmehr ist es eine ehrliche Vertonung einer Liebesbeziehung, die Schwierigkeiten und Kämpfe meistern muss, um zu bestehen und zur Erkenntnis kommt, dass das Leben in der Liebe nicht im Alleingang, sondern als Team zu meistern ist. „It’s a late-night conversation. It’s 2 o’clock in the morning, by a fireplace, coming to realisations, insomniac ideas. It’s the stuff that keeps you up at night.“, so Savoretti.

„When We Were Lovers“ ist die erste Single-Auskopplung des Albums und besticht mit rockigen E-Gitarren Sounds und einem mitreißenden Tanzrythmus. Sie ist auch der erste Hinweis auf die Thematik des Albums und die eventuelle Problematik seiner Geschichte: Liebe im Wandel der Zeit. Im Musikvideo ist an Savorettis Seite auch seine Ehefrau Jemma Powell zu sehen.

„I’m Yours“ und „Tight Rope“ überzeugen als ruhige Balladen mit Streicherbesetzung, während „Only You“ oder „Start Living in the Moment“ als Aufschwung gebende Pop-Nummern mit vollem Klang und schönem Arrangement zu nennen sind. Alles in allem ist „Sleep No More“ ein sehr abwechslungsreiches Album, das bei Rock/Pop-Liebhabern definitiv ein offenes Ohr finden sollte. Und auch die Reihe der Produzenten die an Jack Savorettis Schaffen beteiligt waren, sollte man sich dabei zu Gesicht führen: Mark Ralph (Years and Years/Take That), Sam Dixon (Adele), Matty Benbrook (Paolo Nutini), Cam Blackwood (George Ezra) und Steve Robson (James Bay, John Newman und James Morrison).

Mag auch der neue, durchproduziertere Sound des Künstlers für Fans der ersten Minute etwas ungewohnt klingen, ist dies definitiv eines der Alben, die es verdient haben, ein zweites und auch ein drittes Mal gehört zu werden. Und wer sich von der Performance des charmanten Briten mit italienischen Wurzeln selber live überzeugen möchte, wirft am besten einmal einen Blick auf seine im Februar in Deutschland anstehenden Tourdaten.

 


Tour

02.02.2017 Aschaffenburg
03.02.2017 München
05.02.2017 Leipzig
07.02.2017 Berlin
09.02.2017 Hamburg
10.02.2017 Köln

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Marit Kleinert

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