Auf Tour: Deftones

Über zwei Jahrzehnte alt ist die Bandgeschichte der Deftones bereits. Acht Alben und unzählige Auftritte weltweit haben die Kalifornier zu einer Institution im Alternative-Rock-Bereich gemacht. Bands wie die Deftones gehörten zu denen, die ihre verzerrt eingestellten Gitarren nicht mehr über der Leder-Nieten-Kluft schnallten, sondern den Skater-Look auf die Bühne brachten und damit eine neue Musik-Genration prägten. Mit ihrem aktuellen Album Gore sowie vielen anderen Klangschätzen im Gepäck machen die Deftones auch in diesem Jahr im Anschluss an ihre US-Tour wieder einmal hierzulande Halt. Im April und Mai können sich die Fans in München, Offenbach, Berlin, Hamburg und Köln ebenso nostalgisch von alten Klängen berocken wie auch von der musikalischen Entwicklung der Musiker überzeugen lassen.

Für den einen oder anderen scheint es gar nicht so lange her zu sein, die Deftones live gesehen zu haben. Denn die tragischen Ereignisse in Paris im November 2015, bei denen viele Konzertbesucher der Eagles of Death Metal bei einem Anschlag ums Leben kamen, veranlasste damals die Band ihre Tour zu unterbrechen. Die Band war selbst in der Stadt und Bandmitglieder bis kurz vor den Anschlägen sogar im betroffenen Konzertsaal. Die ausgefallenen Termine wurde 2016 gefolgt von einigen Festivalauftritten wie versprochen nachgeholt, daher ist zwischen den einzelnen Konzertphasen nicht so viel Zeit vergangen. Direkt im Anschluss an den Gig in Köln am ersten Mai diesen Jahres wird die Band sogar an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Paris auftreten. Dieses Engagement in punkto Konzerte steht den Musikern um Sänger Chino Moreno gut zu Gesicht, denn so präsentieren sie ihren Fans ideal die Bandbreite ihrer musikalischen Entwicklung.

Auch wenn die Kategorien Alternative Rock/Metal oder Nu Metal naturgemäß Action auf und vor der Bühne mit sich bringt, kann das Publikum bei den Deftones immer wieder einfach in die klangliche Dichte während sphärischer Stücke eintauchen. Die 1988 in der Hauptstadt Kaliforniens gegründete Band spielte von Anfang an einen ganz eigenen Sound, der trotz führender Rolle in der Szene einzigartig blieb. Alben wie das Debüt Adrenaline von 1995 und dessen Nachfolger Around The Fur waren bis auf Ausnahmen in erster Linie schnell und krachig-kreischend. Spätere Platten – so White Pony oder Saturday Night Wrist – zeigten immer mehr Experimentierfreude auf, ohne dabei den typischen Stil zu verlieren.

2008 musste die Band mit dem schweren Autounfall ihres Bassisten Chi Cheng, der nach langer Zeit im Koma 2013 verstarb, personell wie persönlich einen harten Schicksalsschlag ertragen. Sein typisch rollendes Bassspiel, das in Songs wie „Root“ tragend im Ohr blieb, trug zu dem besonderen Klang der Band bei. Ersetzt wurde Cheng durch Sergio Vega (ex-Quicksand). Auch in dieser Konstellation handelt es sich bei den Deftones einfach nach wie vor um einen gewaltigen Live-Act, den es zu erleben lohnt – und das auch immer wieder.

Tourdaten:

19.04.17 – München, Zenith
23.04.17 – Offenbach, Stadthalle
27.04.17 – Berlin, Velodrom
28.04.17 – Hamburg, Sporthalle
01.05.17 – Köln, Palladium

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Foto: Pressefreigabe

Stefanie Zerres

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