Die Höchste Eisenbahn – 21.11.2016 – München – Strom

“Wahnsinn! Ihr steht ja echt eng zusammen, seid ihr echt so viele oder ist das da hinten ein Spiegel?” Nein Francesco Wilking, das Münchner Strom war wirklich so voll. Wegen seiner “Spiegelverwirrung” gab es schon am Anfang des Abends viel Gelächter. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Das Münchner Strom bucht immer recht gut und ist deswegen meistens auch gut gefüllt. Schon beim Ausstieg aus der U-Bahn-Station Poccistraße war eine immens lange Schlange an bärtiger Brillenträger inklusive Freundin zu sehen. Für Strom-Verhältnisse ging der Abend schon recht früh los. Um kurz nach halb neun legte die schwedische Wahlberlinerin Anne Roxenholt von der Gruppe New Found Land los.

Unterstützt wurde sie nur von einem Bandkollegen, der für ordentlich Elektrogewummer sorgte, was in Kombination mit Annes schöner Stimme an Bands wie The Knife oder an die berühmte Robyn erinnerte. Wobei der Sound von New Found Land doch noch etwas sphärischer ist.

Der Auftritt von New Found Land war sehr sympathisch und kein gewöhnlicher Support Act, zu dem sich die Leute noch laut unterhalten. Das Publikum im Strom hörte immer aufmerksam zu.

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Anne selbst ging auch auf das Publikum ein: Da wurde von ihr zwischendurch mal gefragt, was wir Bayern als typisches österreichisches Essen empfehlen könnten. (Anmerkung: Das nächste Konzert fand in Graz statt.)  Die erste Reihe brüllte Palatschinken, der eigentlich aus Ungarn stammt, wie Francesco später dem Publikum erklärte.

Auf die Indiesupergroup Die Höchste Eisenbahn musste man danach nicht lange warten. Francesco Wilking, Moritz Krämer, Max Schröder und Felix Weigt kamen gut gelaunt auf die Bühne. Bassist Felix war kaum zu erkennen, er hatte sich das erste Mal seit Ewigkeiten rasiert.

Die Höchste Eisenbahn steht für moderne Indie-Pop-Songs, bei denen sich jeder im Publikum sofort die Charaktere der Songs vorstellen kann. Das ist die große Kunst, die Francesco und Moritz so gut beherrschen. Das funktionierte an diesem Abend perfekt bei neuen Songs wie “Gierig”, aber vor allem auch bei den alten emotionsgeladenen Stücken wie “Isi”. Spätestens hier sang jeder im Publikum mit.

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Doch Francesco war nicht nur nach Singen, er war auch mächtig viel am Sabbeln. Einerseits gab es diverse Witze und Gags von ihm und zum anderen lieferte er kuriose Geschichten. Denn im Vorfeld zum Münchner Konzert traf Wilking eines seiner Jugendidole im Zug: Reinhold Messner. Wer neben ihm saß, kapierte er erst beim Aussteigen und musste sich deswegen in eine Selfie-Schlange stellen.

Musikalisch ist Die Höchste Eisenbahn live ein Hochgenuss. Daran gibt es keinen Zweifel. Doch neben den musikalischen Highlights gab es also auch die ein oder andere schöne Anekdote von der Band. Das machte den Abend zu etwas Besonderem. Es wirkte nichts einstudiert, sondern alles spontan und nach Lust und Laune.  Wer diese Truppe noch nicht live gesehen hat, sollte das baldigst tun.

Die Tourdaten für 2017 sehen wie folgt aus:

15.02.17
Berlin Astra
(Zusatzshow)
16.02.17
Marburg KFZ
17.02.17
Kaiserslautern Kammgarn
18.02.17
Köln Gloria
19.02.17
Hamburg Große Freiheit 36
06.03.17
Bonn Harmonie
08.03.17
Solothurn Kulturfabrik Kofmeh

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Daniel Guggeis

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