Efterklang/Fundal – Leaves: The Colour of Falling

Zusammen mit Karsten Fundal machen sich Efterklang daran, Opernmusik ins 21. Jahrhundert zu bringen

Die Dänen der Band Efterklang erfinden sich in letzter Zeit nahezu regelmäßig neu. Vor einigen Jahren gaben sie bekannt, dass sie einen Neuanfang planen und ihre als Efterklang veröffentlichte Musik nicht mehr live spielen würden. Einige Zeit später dann traten sie als Band Liima (zusammen mit dem finnischen Percussionisten Tatu Rönkkö) in Erscheinung und brachten ihr Debut ii mit, welches erst dieses Jahr erschienen ist.

Nun haben sie sich mit Karsten Fundal erneut eine vierte Person ins Boot geholt, um ein weiteres Projekt in Angriff zu nehmen. Fundal ist seines Zeichens Filmkomponist, was die Partnerschaft erstmal sehr interessant macht. Leaves: The Colour of Falling wurde als „Opera Album“ angekündigt und viele Efterklang Fans haben gespannt darauf gewartet, was auf sie zukommen wird, denn die vorab veröffentlichte Single „The Colour Not of Love“ kann wohl kaum als Opernstück bezeichnet werden.

Dennoch hört sich Leaves als Album tatsächlich sehr nach einer klassischen Oper an, denn sowohl instrumental als auch gesanglich besitzt es die offensichtlichen Merkmale einer solchen: zu hören ist (meistens) nicht Efterklangs Sänger Casper Clausen, sondern abwechselnd eine Opernsängerin und ein Opernsänger. Und diese singen auch ganz bestimmt nicht im bekannten Stil der Dänen…

Nun ist dieses Opernalbum allerdings ein weiteres Experiment der Band und deshalb nicht einfach nur eine schnöde Oper – Efterklang wollen dem Genre hier ihren Stempel aufdrücken, wie der Zuhörer in Liedern wie „The Colour Not of Love“ und auch „Leaves“ eindeutig merkt. Dennoch hinkt alles ein Wenig, da die Opern- und Efterklang-Parts sehr stark voneinander getrennt sind. In kaum einem Titel kann man beide Elemente als etwas Neues hören (eine Ausnahme hiervon stellt der Track „Leaves“ dar). Die Oper bleibt eine Oper – für Leute, die keine Fans dieser Kunstform sind kann die LP also schnell langweilig und stellenweise regelrecht anstrengend werden.

Im Endeffekt bleibt leider zu sagen, dass Efterklang und Karsten Fundal mit The Colour of Falling an dem Versuch scheitern, die Oper ins 21. Jahrhundert zu bringen. Das Werk bleibt für sich, vor allem für Leute die gerne in die Oper gehen, interessant, doch kaum für junge Leute geeignet. Eine Ausnahme bildet hier der schon genannte Titelsong, der an Liima und die älteren Efterklang-Werke erinnert. Um das Album interessanter zu machen, hätte Efterklangs Musik vollständig mit der Oper verschmelzen müssen, was leider nicht passiert ist.

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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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