Angel Olsen – 26.10.2016 – München

Ein hervorragender Folk-Abend im Ampere mit Angel Olsen und Little Wings

Schon beim Einlass ins Münchner Ampere war klar: Das wird heute ein schöner Konzertabend. Das Publikum wirkte jedenfalls konzentriert und gespannt. Es ging auch pünktlich los mit dem Support-Act Little Wings. Hinter der Truppe steckt Kyle Field, ein richtig bäriger Südstaaten-Amerikaner aus Alabama. Definitiv ein cooler Typ, der die Leute mit seinem Folk/Country Mix perfekt anheizte. Seine 45 Minuten Show wirkten insgesamt aber doch etwas langatmig. Nichtsdestotrotz: Starker Support-Act.

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Nach kurzer Umbaupause kam auch schon Angel Olsen mit ihrer fünfköpfigen Truppe auf die Bühne. Ihre Band sah mit marineblauen Anzügen und fetzigen Krawatten unglaublich schick aus. Die Band war sowohl musikalisch als auch kleidungstechnisch mehr als ordentlich besetzt. Von Anfang an machte Angel einen super Eindruck und sorgte für eine enorm gute Stimmung. Vor allem wichtig war neben dem Performen von neuen Hits ihres Top-Albums My Woman, auch das Spielen von guten alten Hits wie “Hi-Five” oder “Light’s Out”. Die Mischung kam beim Publikum sehr gut an.

Was die Lichtshow angeht: Da wäre für den Main-Act sicherlich mehr drin gewesen. Bei Little Wings habe ich es noch auf den Support-Slot geschoben, doch bei Angel Olsen hat sich in Sachen Licht leider auch nicht so viel getan. Aber die Freude ihrer Fans konnte das zurecht nicht mindern.  Vor allem war es schön zu beobachten, wie Angel während des Konzerts zunehmend aufgetaut ist. Am Anfang beließ sie es bei ihrem schönen Live-Gesang und machte kaum Ansprachen zwischen den Songs, sondern vereinnahmte das Publikum eher mit ihrem süßen Lächeln und einem nachdenklichen Blick.

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Im Verlaufe des Konzerts jedoch wurde sie auch mit dem Publikum wärmer. Was wohl einen besonderen Gast, der wirklich jeden Song mit einer schlechten Digicam mitfilmte, dazu veranlasste jede Äußerung von Angel zu kommentieren. Das wurde im Verlauf des Konzerts richtig awkward. Zum Beispiel wollte er gemeinsam mit Angel Olsen gerne auf die nebenan stattfindende Salsa-Veranstaltung. Angel nahm es zunächst noch mit Humor und kommentierte: “Ok, ich glaube ich habe ein Date”. Obendrauf schenkte dieser Mann ihr noch ein Glas “Wasser” oder Gin – was genau, ist bis heute ungeklärt. Denn nachdem Angel in einer kurzen Pause ihr Liebe zu Gin gestand, stürmte dieser zur Bar, um dort ein Glas zu holen. Sie fragte ihn darauf, ob die Flüssigkeit vergiftet sei.

Abgesehen von diesen merkwürdigen Momenten darf man sich sicher sein, dass an diesem Konzertabend einige Menschen zu Angel-Olsen-Fans bekehrt wurden. Gegen Ende hin wurden die Songs immer energetischer performt. Das klang live einfach grandios und endete mit dem siebenminütigen Song “Woman”.

Wer Lust auf vielschichtige Folk-Klangwelten hat, dem kann ich ein Konzert von der Powerfrau Angel Olsen nur wärmstens empfehlen.

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Daniel Guggeis

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