White Lies – Friends

Ihr neuestes Album begeistert nicht ganz wie seine Vorgänger, doch dürfte White-Lies-Fans dennoch gefallen

Oft ist nach einer Handvoll Alben die Luft raus – das schien auch bei White Lies der Fall zu sein, als die ersten veröffentlichten Lieder des neuen Albums Friends nicht die musikalische Tiefe erreichten wie „To Lose My Life“, „Is Love“ oder „First Time Caller“ der vorangehenden Alben. „Take It Out On Me“ braucht zum Beispiel einige Durchläufe, bis es zu einem guten Song wird, „Hold Back Your Love“ hingegen erreicht diesen Status nie wirklich.

Doch in seiner Gesamtheit ist Friends kein Album, für das sich Harry McVeigh und seine zwei Kameraden schämen müssten. Auch wenn kein Lied als Meisterwerk heraussticht, hält sich die Qualität der zehn Lieder recht konstant auf einem guten Level, wodurch das Album zu einem durchaus guten macht. . Beginnend mit „Take It Out On Me“ bekommt der Zuhörer zunächst einen klassischen White-Lies-Song zu hören, gefolgt von zwei Songs, die er dann eher schnell wieder vergisst. Danach geht es jedoch erst richtig los, „Don’t Want To Feel It All“ stellt den eigentlichen Einstieg in die LP dar und ist sowohl musikalisch, als auch lyrisch genau das, was wir von der Band aus London gewohnt sind und erwarten.

„Is My Love Enough“ stellt trotz seiner fehlenden Intensität einen Höhepunkt von Friends dar – womit wir auch schon beim größten Problem des Werks wären: Den Songs fehlt es weder an musikalischer oder lyrischer Kreativität, noch an Innovation oder Klasse; die Lieder laufen einfach hintereinander vor sich hin und wenn der Zuhörer den Fokus einmal verloren hat, bekommt das Album seine Aufmerksamkeit auch nicht allzu schnell wieder. Höchstens „Summer Didn’t Change A Thing“ kann aus diesem Muster ausbrechen und ist, obwohl es in den Strophen sehr poppig klingt ein weiterer Höhepunkt.

Es ist nicht ganz leicht über die Album Nummer Vier zu urteilen, denn obwohl es ruhiger ist als die Vorgänger steht es diesen musikalisch gesehen in nichts nach und ist alles andere als ein schwaches Werk. Nichtsdestotrotz werden wohl in ein paar Jahren nur noch wenige der darauf enthaltenen Songs ihren Weg in eine Live-Setlist finden (was für Fans des Werks ein Grund ist, White Lies auf ihrer kommenden Tour einen Besuch abzustatten). Mit ein Wenig mehr Kraft hingegen hätte dies hier sogar das beste Album des Trios werden können.

White Lies Live:

21.10.2016 – Frankfurt am Main, Gibson
22.10.2016 – Osnabrück, Rosenhof
23.10.2016 – Köln, Die Kantine
30.10.2016 – Hamburg, Uebel & Gefährlich
31.10.2016 – Berlin, Huxleys Neue Welt
09.22.2016 – München, Theaterfabrik
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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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