Biffy Clyro – Ellipsis

Vor gut einem Monat erschien das mittlerweile siebte Studioalbum von Biffy Clyro – genug Zeit also, um sich mehr als nur eine Handvoll Male durch Ellipsis zu hören und dann zu entscheiden, wie man es eigentlich wirklich findet. Bisher lag auf dem Trio aus Kilmarnock kein größerer Druck beim Aufnehmen eines Albums als bei den jeweiligen zuvor, doch besonders hierzulande hat der Vorgänger der neuen CD, Opposites, den Bekanntheitsgrad der Band um ein Vielfaches gesteigert, was dazu führte, dass sie bald sogar in der Kölner Lanxess Arena auftreten werden, in einer Reihe mit Namen wie Justin Bieber oder Taylor Swift. Ellipsis musste also besser werden als nur gut, es musste an das Meisterwerk Opposites herankommen, es am besten sogar übertreffen.

Die drei Jungs selbst haben sich nach dem 2013er Doppelalbum ganz bewusst für eine LP mit gewöhnlicher Spiellänge entschieden, elf Songs haben es dieses Mal aufs Album geschafft. Diese erreichen die Qualität des Vorgängers jedoch leider nicht, auch wenn Ellipsis insgesamt wieder ein starkes Ding geworden ist. Man hat stellenweise das Gefühl, dass Biffy Clyro sich zu sehr an Altem orientieren und dort, wo sie zu viel Neues versuchen, noch unsicher sind. Hört man sich zum Beispiel den ruhigsten Song des Albums, „Re-arrange“, an, fällt schnell auf, dass den Schotten solche Songs normalerweise besser gelingen. Auch insgesamt gibt es zu viele Stellen, an denen das Album nur so vor sich hinplätschert, ohne komplett begeistern zu können.

Auf der anderen Seite gibt es doch auch großartiges: immer wieder mal Lieder, die wirklich stark geworden sind, von vorne bis hinten. Der Opener „Wolves of Winter“ war nicht umsonst eine der Vorab-Veröffentlichungen und die beiden letzten Lieder „Howl“ und „People“ schließen das Album nahezu perfekt ab. Immerhin sind es ja immer noch Biffy Clyro von denen wir hier reden!

Im Endeffekt ist Ellipsis, wie jedes Biffy Album, ein Grower. Man muss es einfach über eine lange Zeitspanne immer wieder anhören und es wird mit jedem Durchlauf besser werden. Nicht auszuschließen, dass auch ich es in einem halben Jahr auf eine Stufe mit Opposites stellen werde.

Facebook: www.facebook.com/biffyclyro/
Homepage: www.biffyclyro.com

Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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