Adam Olenius – Looking forward to the new me

Schon über zehn Jahre ist es her, dass Indiebands gefühlt im Wochentakt raus aus den Garagen und in die Charts spazierten und nach einem charmantem Debütalbum meist in Vergessenheit gerieten.

Adam Olenius ist ein Überlebender, mit seiner Band Shout out Louds bespielte er etliche Festivals.

Bis heute ist die Single „Please please please“ auf den Tanzflächen zu hören. Drei Jahre nachdem mit Optica das bisher letzte Album des Gespanns aus Schweden erschien, versucht Olenius es jetzt erstmal ohne Quartett im Rücken, dafür mit einer Hand voll eigener Songs.

Was das ausmachen kann, ist dann nicht zu überhören: mit dem quirrlig-verspielten Indiepop seiner Band, hat Olenius’ erste, digitale Solo-EP Looking forward to the new me nicht viel gemein. Höchstens der Gesang lässt noch darauf schließen, dass es sich hier um den gleichen Musiker handelt. Statt hektische Tanzmelodien, gibt es hier einen reduzierteren Sound oder balladenartige Rhythmen zum besungenen Ende einer Beziehung. „I’m ready now, take away the weight of my shoulder […] / Tell me what we had is over“ , singt Olenius in „Wednesdays“ und rahmt seine Worte mit Steeldrums ein.

In Sachen Schnickschnack bleiben sie die Ausnahme und so wird der sich nach Veränderung sehnende Albumtitel konsequent umgesetzt. Schon die im Januar veröffentlichte Single „News are saying“, die hier auch als Opener fungiert, machte deutlich, dass Olenius sich Solo einem bodenständigerem Sound zuwendet. Im von Akkustik-Gitarren angeführtem Song unterstützt ihn das Duo Say Lou Lou: „The News are saying you don’t love me, but I don’t care anymore“, heißt es trotzig, während Spannungsbögen auf sich warten lassen.

Die braucht Olenius aber auch gar nicht. Ohne künstliche Höhepunkt einzubauen schafft er es, seine Songs nicht wie eine sanfte Indie-Melodie in einem einzigen Geplätscher enden zu lassen. Stattdessen nutzt er Monotonie um seine Aussagen zu bekräftigen: „This is what it feels like, when nothing ever feels right“. Und dabei fühlt sich dieser Hilferuf genau richtig an. Eben weil er nicht schmerzdurchtränkt ist, sondern sich immer noch auf das Wesentliche konzentrieren kann.

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Lena Zschirpe

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