Antje Babendererde – Der Kuss des Raben

Antje Babendererde wurde 1963 in Jena geboren. Nach ihrem Abitur begann sie eine Töpferlehre in Saalfeld. Dort spielt auch ihr aktuellster Roman Der Kuss des Raben. Seit 1996 arbeitet sie als Schriftstellerin, nachdem sie 1994 das erste Mal ins „Indianerland“ reist. Seitdem schrieb sie 15 Romane, in denen es darum geht, wie sich die Indianerstämme ans heutige Leben angepasst haben. Mit Der Kuss des Raben kehrt die Autorin zu ihren alten Wurzeln zurück, da diese Geschichte in ihrer Heimat Thüringen spielt.

Die Geschichte

Der Kern dieser Geschichte ist die Dreiecksbeziehung zwischen den Protagonisten Mila, Lucas und Tristan.
Mila ist eine Austauschschülerin, die aufgrund eines Stipendiums nach Saalfeld kommen durfte. Als sie die Möglichkeit erhält dort auch ihr Abitur zu machen, kommt sie ihrem Traum Medizin zu studieren ein bisschen näher. Als sie dann auch noch mit dem gut aussehenden und allseits beliebten Tristan zusammenkommt, scheint ihre Welt perfekt. Doch schon bald wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, die sie unbedingt geheim halten wollte. Sie kann nicht länger ihre wahre Identität als Romni/Zigeunerin verleumden.

Tristan ist das genaue Gegenteil von Mila. Seine Eltern sind reich, er bekommt alles was er will und ist zudem noch der Mittelpunkt der Schule. Er sonnt sich in der Aufmerksamkeit seiner Mitschüler, muss sich jedoch gegen die Zukunftspläne seines Vaters wehren, die so vollkommen von seinen eigenen abweichen. Denn dieser will, dass er BWL studiert und den eigenen Betrieb übernimmt. Tristan hingegen verbringt seine Zeit viel lieber damit zu zeichnen. Als auf einmal sein Freund aus Kindheitstagen wieder in dem kleinen Dorf auftaucht, wird auch ihm klar, dass er den Tod und die damit verbundenen Ereignisse nicht länger wegschieben kann.

Lucas, eigentlich Ludwig Castorf, kehrt nach einem Gefängnisaufenthalt, nach Saalfeld zurück, um dort sein Erbe anzutreten. Eigentlich will er das Haus nur renovieren, um es dann zu verkaufen. Von dem Erlös will er nach Kanada auswandern. Obwohl er dachte, dass es ihm nichts ausmachen würde in seine alte Heimat zurückzukehren, wird er schon bald eines besseren belehrt. Als er durch einen Zufall auf Mila trifft, weckt diese in ihm ein unbekanntes Verlangen nach Nähe. Doch als  er erkennen muss, dass sie die Freundin seines alten Feindes ist, kann auch er sich nicht länger vor seiner Vergangenheit verstecken.

Fazit

Der Leser findet sich schnell in die Geschichte ein. Es ist ein äußerst spannender Roman, der detailreich und einfühlsam geschrieben ist.  Die Autorin sorgt durch ihre Recherche für eine authentische und sehr interessante Erzählung. Alles in allem ein weiterer lesenswerter Roman von Antje Babendererde, der sowohl für Jugendliche als auch für junge Erwachsene geeignet ist!

Wasser war Magie und niemandes Besitz. Es gehörte zur Welt der Geister, in der nichts so war, wie es schien, und in der jedem Stein, jedem Baum und jedem Regentropfen eine unbekannte Macht innewohnte.


Diese Rezension ist im Rahmen einer Kooperation mit Schülerinnen und Schülern des Bildungsgangs Buchhandel am Joseph-DuMont-Berufskolleg Köln (JDBK-Köln) entstanden.


Antje Babendererde: Der Kuss des Raben. Jugendbuch. Arena Verlag, gebundene Ausgabe. 496 Seiten, 17,99 Euro.

Cover: Arena Verlag

Lena Müller

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