Arthur Beatrice – 31.05.2016 – Köln, Studio 672

Arthur Beatrice lassen ihre Zuhörer warten. Als das vierköpfige Gespann die kleine Bühne im Studio 672 betritt, ist es schon beinahe 22 Uhr und das unter der Woche. Die Distanz zum Publikum ist dann von der ersten Sekunde an zu spüren: Arthur Beatrice sind Vollblutmusiker, welche sich wohl eher auf ihr Handwerk, statt auf Unterhaltung verstehen.

Fünf Songs braucht es, bis Frontfrau Ella Giradot überhaupt mit dem Publikum agiert. „Wir singen heute Songs von unserem neuem Album ‘Keeping the peace’, aber jetzt hört ihr erstmal was Älteres“, gibt sie zu verstehen und röhrt im nächsten Moment auch schon „Grand Union“ vom 2010 erschienen Debütalbum „Working out“ ins Mikro. Es ist ein wenig eng in der Kellerkneipe mit niedriger Decke, doch am ausgiebigen Tanzen oder zumindest Mitwippen hindert das Niemanden. Während Giradot anmutig ihre Hüften schwingt und Augenkontakt zu vermieden versucht, blicken ihre Bandkollegen genauso virtuos auf ihre Instrumente. Hier ensteht gerade etwas Besonderes, wenn auch nicht etwas Herzliches.

Eine Liveband sind Arthur Beatrice trotzdem, oder gar genau deswegen. Die Songs von ihrem kürzlich veröffentlichten Album klingen genau wie auf Platte. Das bis ins letzte Detail perfekte arrangierte Zusammenspiel der Band ist auch für ungeübe Ohren nicht zu überhören.

Und dass den kraftvollen Hymnen von Arthur Beatrice hier viel zu wenig Platz zur Ausbreitung geboten wird, muss jedem der Anwesenden bewusst sein. Die Songs, die sich besonders Dank Giradots beeindruckendem Gesang zwischen dem London-Grammar-Sound und dem Anmut einer Florence Welch bewegen, brauchen aber nicht nur mehr Hall, vor allem haben sie das Potential, mehr Leute in ihren Bann zu ziehen, als die weniger als 100 Zuhörer, die sich heute ins Studio 672 quetschen. Vielleicht klappt das ja beim nächsten Deutschlandbesuch besser. Denn Arthur Beatrice sind keine Band, die ein Geheimtipp bleiben sollte.

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Lena Zschirpe

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