Dani Siciliano – Dani Siciliano

Die US-Amerikanische Musikerin veröffentlicht nach zehn Jahren ihr drittes Soloalbum. Die Exfrau des britischen Elektro-Produzenten Matthew Herbert alias Doctor Rockit hat ganze acht Jahre an ihrem Songwriting gefeilt und mit dem selbstbetitelten Album Dani Siciliano ein sehr persönliches Album veröffentlicht, das als experimenteller Pop mit Dance- und Elektroeinlagen beschrieben werden kann. Um eine direkte Nähe zu garantieren, produzierte Dani Siciliano ihr drittes Album größtenteils in Eigenregie. Nur eine Handvoll ausgewählter Musiker unterstützten sie bei der Umsetzung ihrer Ideen.

Der opulente Opener „Why“ erinnert mit seinen überlagerten Vocoderaufnahmen und leichten Synthesizer-Akzentuierungen an Imogen Heaps Song Hide and Seek aus dem Jahr 2005. Der zweite Song „Take 2“ hat jedoch eine gegensätzliche aufbruchsartige Stimmung. Die verspielten, kindlichen Backvocals spiegeln in ihrer Art das ganze Album wieder. Die experimentierfreudigen Synthesizerflächen sind nur ein Beispiel für den verspielten Pop, der mit elektronischen Mitteln verfeinert wurde. Der Track „Blink“ bedient sich am Grundprinzip des Albums, setzt sich jedoch aus einem interessanten Groove, nämlich aus expliziten Einsätzen des Bläsersatzes gepaart mit synthetischen Bass-Lines und vereinzelten Rim Shots, von den restlichen Songs ab.

Ein weiterer offensichtlicher Vergleich lässt sich in „So Amazing“ nicht leugnen. Mit seinem schleppenden Beat und mehrspurigen Gitarrengefrickel ist Beck zu seinen Odelay (1996) Zeiten wieder präsent im Ohr. Die erste Singleauskopplung „I’m The Question“ verfolgt weiter den poppigen Grundsatz aus Electronica-Elementen und druckvollen Beats. Ein klassischer 90er Sound wird mit kleinen Vocal Sample Schnipseln und elektronischen Licks versehen. „Together“ ist wiederum eine wunderschöne Ballade, die sich wieder an Beck Gitarren- und Distortion Sounds bedient.

Dani Siciliano hat eine wirklich schöne, markante Stimme und erinnert leicht an Labelkollegen wie JAW, Nicolas Jaar oder Nôze, widmet sich aber eindeutlich mehr dem Pop, weniger dem Experimentellen. Dabei stellt das Album eine gelungene Synthese aus teilweise souligem Pop und Electronica dar, das in sich abgeschlossen und abgerundet produziert ist, jedoch an vielen Ecken nicht ausgereift erscheint. Dani Siciliano liefert elektronischen Soul, der mit der Liebe kämpft. Den einzigen Punkt, den man an Dani Siciliano aussetzen kann, ist dass letztendlich die gewisse Eigenständigkeit fehlt.

 

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Niklas Johnen

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