Gold Panda – Good Luck And Do Your Best

Sphärische Klänge, verwoben in einer Soundkulisse, die durch wiederholte Takte der Drum Pads ergänzt werden, Loops von field recordings einer Japanreise. Nach zwei Jahren Pause kehrt Derwin Schlecker aka Gold Panda mit seinem dritten Album zurück und lädt erneut dazu ein mit elektronisch- und zugleich ambientlastiger Atmosphäre in fremde Welten abzudriften.

Eine Japanreise in den Monaten April und Oktober sollte der Katalysator für seine Ideenfindung sein: Good Luck and Do Your Best, das am 27.06.16 unter City Slang veröffentlicht wurde, scheint nicht nur im Titel von Motivation getrieben. Gewohnt rhythmisch, allerdings weniger tanzbar als sein Vorgänger Half Of Where you Live aus dem Jahr 2013, bilden die 11-Tracks eine Audiovisualisierung der Impressionen, die Gold Panda während eines Asientrips sammelte und wiedergibt. Da, wo er normalerweise Samples von HipHop-Tracks in die Konzeption seiner Stücke einfließen lässt, erscheinen aktuell field recordings als Basis. Aufnahmen von urbanen, sowie ländlichen Geräuschkulissen Japans erheben sich zu einer Soundkulisse, die zum Träumen anregt und das Erlebte phonografisch festhalten: Ein Stück weit Nostalgie. In Begleitung der befreundeten Fotografin Laura Lewis entstanden hierzu die passenden Schnappschüsse und Video-Sequenzen, die auch in den aktuellen Musikvideos zu finden sind.

Good Luck and Do Your Best, mit besten Wünschen aus Japan. Als kleine Anekdote aus dem Alltag wurde die titelgebende Phrase als Verabschiedung eines einheimischen Taxifahrers aufgeschnappt und zum Motto des Albums auserkoren. Derwin schrieb und nahm das Album in Chelmsford auf und ließ die entstandene Galerie aus Bilder – und Videofluten das Konzept für seine Arbeit sein. Dazu richtete er sich tatsächlich ein Studio bei seiner Großmutter ein, die bereits Namensgeberin des ersten Albums ,,Lucky Shiner” von 2010 war und hier als Muse indischer Herkunft auf gar keinen Fall außer Acht gelassen werden sollte.

Im Musikvideo zu ,,In My Car” kann man sie sogar als Protagonistin bewundern – und sie macht gar keine so schlechte Figur! Da fällt schlussendlich der Groschen, der in seinen Tracks auf diskrete Weise Heimatgefühle heraufbeschwört, die man so nicht erahnt hätte und die Affinität zur fernöstlichen Kultur ist somit geklärt.
Besonders in ,,Chiba Nights” lässt er den Verlauf einer Nacht anklingen, die eine Bandbreite an Eindrücken vermittelt und sich besonders an der Lichtführung von Werbeplakaten und Scheinwerfern in Straßen und Gassen orientiert.Kurze minimalistische Soundcollagen wie ,,Unthank” und ,,I am Real Punk” werden als Zwischensequenzen eingebunden. Der Aufgriff von Loop-Passagen und Drum Pad-Sounds verdeutlicht auch hier wieder den Puls der Zeit: Sein Equipment ist elektronischer Natur -und die Akai MPC Drum Machine als stetiger musikalischer Begleiter präsent.

Insgesamt wirkt sein neuestes Album wie das Klangtagebuch einer Reise. Äußere Eindrücke, wie Bewegung, Farben und Licht dienen als roter Faden und sollen sich in den unterschiedlichen Tracks widerspiegeln.Wechsel in Rhythmen und Tempo lassen Zwischenstops und ein Jetlag nur erahnen.
Wer sich darunter noch nicht all zu viel vorstellen kann, ist herzlich eingeladen den Plattenladen seines Vertrauens aufzusuchen und der Sache auf den Grund zu gehen.

Facebook

Denise Schmid

About author

Denise Schmid

One Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.