Le Magnetophone – Qualitätsmanagement

Le Magnetophone sind irgendwo im Bereich Singer/Songwriter einzuordnen. Die aus dem Saarland stammende Band besteht insgesamt aus 7 Leuten und klingt dementsprechend vielfältig. Auf der Bühne präsentieren die Musiker sich unter anderem mit Banjo, Geige, 3 Gitarren, Basse, Glockenspiel und einem selbst gebauten Flaschenschlagzeug.

Doch Qualitätsmanagement ist alles andere als ein straigthes Songwriter Album. In „Hard Knocks“ wird beispielsweise auch mal eine Rapeinlage mit einer gesungenen Melodie gepaart – das Ergebnis ist überraschenderweise ein Liebeslied. Aber nicht nur in Richtung Rap wird experimentiert. Die Instrumentals der meisten Songs sind überraschend tiefgehend. Es wird mal lauter – es wird mal leiser. In „Mammutbaum 1“ und „Mammutbaum 2“ finden sich beispielsweise zwei akustische Songs, die nur auf Gitarre und Stimme aufbauen und dabei stark an Maeckes erinnern, wenn dieser mal wieder zur Klampfe greift.

Irgendwo inmitten von Down-Tempo Instrumentals und Weltungerganstexten findet sich eine große Ladung an Emotionen. Zwischen Melancholie, Trauer und Aggressionen manifestiert sich Qualitätsmanagement als Frustplatte. Mit Geschichten aus dem Leben versucht die Band in Erinnerung zu bleiben.

Was letztendlich fehlt, ist der durchschlagende, markante Song, mit dem eine junge Band auf sich aufmerksam macht und sich in die Gedächtnisse ihrer Hörer spielt – kurz: der Hit. Der rote Faden auf dem Album ist da, doch es fehlen die deutlichen Höhepunkte, die emotional wirklich ergreifen und nicht nur wahrgenommen werden.

Unterm Strich haben wir von wesentlich erfahreneren Bands schon wesentlich schlechtere Veröffentlichungen gehört. Qualitätsmanagement ist eine interessante Mischung aus verschiedenen Musikstilen und geht vor allem auch textlich in eine eher ungewohnte Richtung. Doch Potenzial nach oben ist ebenfalls noch vorhanden.

Facebook: https://www.facebook.com/lemagnetophone/

Lars Junker

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Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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