M83 – Junk

VÖ: 08.04.16

Mit Hurry Up, We’re Dreaming ist Anthony Gonzalez 2011 ein Album gelungen, welches wir wohl auch in 20 Jahren noch aus dem Plattenschrank kramen werden, um es in aller Ruhe zu genießen. Mal vom Mega-Hit „Midnight City“ – der übrigens Platin einbrachte – ganz abgesehen: Hurry Up, We’re Dreaming war und ist auch heute noch eine der besten Veröffentlichungen im weiten Bereich des Indie. Egal ob „Steve Mcqueen“, „Reunion“ oder „Wait“ – Anthony Gonzalez schuf nicht nur einen Hit, sondern ein fantastisches Album, welches nicht umsonst auch für einen Grammy nominiert wurde.

Natürlich ist es für einen Künstler sehr schwer, nach so einem Album noch einmal nachzulegen. Der vorab veröffentlichte Song „Do It, Try It“ erweckte den Eindruck, das Junk in die Fußstapfen seines Vorgängers treten wird. Auch wenn der Song bei weitem nicht das Potential aufweißt, welches auf Hurry Up, We’re Dreaming so häufig vorhanden war, so passt “Do It, Try It” definitiv eher auf die alte Platte als auf die neue.

Doch der restliche Teil des Albums schafft es leider nicht, den Qualitätsansprüchen, die wir nach dem vorangegangen Album haben, gerecht zu werden. Teilweise kommt eher das Gefühl auf, dass hier ein ganz andere Künstler zu hören ist. Von dem Glanz und den Hymnen ist nicht mehr viel geblieben, der Indietraum ist ausgeträumt.

Anthony Gonzalez entwickelt sich weiter – diesen Vorwurf kann ihm keiner machen. Doch das Ergebnis ist noch ausbaufähig. Nicht, das Junk nicht gut geworden wäre. Der Künstler hat sich einiges getraut, wesentlich mehr experimentiert als zuvor. Dass das Resultat noch ausbaufähig ist, ist in gewisser Weise ja auch natürlich. Wesentlich ruhiger, bedachter und manchmal auf einfach total gegen den Strich. „Moon Crystal“ klingt beispielsweise wie der Titelsong einer 80er Jahre TV Serie und passt nur eingeschränkt zu den restlichen Songs der Platte. Eine Genreeinordnung sparen wir uns an dieser Stelle einfach mal, da Junk einfach von allem so ein bisschen beinhaltet.

Anthony Gonzalez ist auf Junk neue Wege gegangen. Das Resultat ist ausbaufähig und braucht vielleicht auch noch mehr Zeit. Aber wer weiß, vielleicht brauchen wir auch einfach noch etwas Zeit um uns nach dem gigantischen Hurry Up, We’re Dreaming auf etwas fast vollkommen anderes einzulassen.

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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