Liima – ii

Zwei Dinge gibt es vorab über das Debutalbum von Liima zu sagen:
1. Ja – man hört recht deutlich, dass die Band zu drei Vierteln aus der Band Efterklang besteht.
2. Dieser Einfluss ist auf ii nicht so groß, wie man vielleicht erwartet – es gibt auch große Unterschiede.

Im Januar 2014 machte die Band Efterklang eine merkwürdige Ankündigung: Sie wollten fortan nie wieder ihr bisher aufgenommenes Material live performen. Vier Alben, von denen sie nichts mehr spielen wollten – was jedoch weder eine Auflösung der Band bedeutete, noch eine Bandpause, wie man es von zahlreichen anderen Gruppen kennt. Auch ihren Namen behielten sie, sogar als sie kurze Zeit später begannen, mit dem finnischen Perkussionisten Tatu Rönkkö zusammen Musik zu machen: Bevor der Name Liima fiel, wurde einfach von Tatu Rönkkö + Efterklang gesprochen, seit den ersten Konzerten im Sommer 2014. Die Frage, die sich nun viele stellen ist folgende: Ist der Einfluss des neu hinzu gestoßenen Finnen genug, um von einer neuen Band zu sprechen, oder handelt es sich bei Liima bloß um Efterklang+1? Die Antwort zu finden ist nicht allzu schwer: Liima unterscheiden sich in mehreren Punkten von der ursprünglichen Formation und es ist durchaus sinnvoll, hier einen neuen Namen zu gebrauchen.

ii klingt sehr viel experimenteller als beispielsweise das Album Piramida von 2012, und das mit jedem Lied des Albums mehr – wo der Opener “Your Heart” noch sehr bekannt klingt, entfernen sich die folgenden Lieder immer mehr davon, bis “Roger Waters” zeigt, was Liima ausmacht. Der Gebrauch von Synthesizern ist allgegenwärtig und es wird (nicht unbedingt überraschenderweise) viel mehr Wert auf den Rhythmus gelegt. Drums, Perkussion, Synthies: die Musik von Liima wirkt sehr viel getriebener als man es von den Dänen gewohnt ist. Auch sehr viel künstlicher, aber das nicht negativ. An manchen Stellen fühlt man sich sogar stark an Pop à la New Order erinnert, zum Beispiel im Lied “Trains In The Dark”. Anders ist ebenfalls der stark bearbeitete Gesang, der anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber am Ende gut ins Gesamtbild passt. Besonders auffällig ist dieser in “You Stay In Touch With The Wrong Guy”.

Hört also mal rein in ii und überzeugt euch selbst von der Musik der Skandinavier, die sich Liima nennen.

Facebook: www.facebook.com/liimaband
Homepage: www.liima.net

Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.

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