Interview: Lola Marsh

Lola Marsh sind momentan in aller Munde in Deutschland. Das mag unter anderem daran liegen, dass sie im kommenden Jahr auf zahlreichen Bühnen hier zu sehen sind, aber vor allem auch an ihrer ersten veröffentlichten EP You’re Mine. Wir haben der Band ein paar Fragen gestellt – und dazu sehr interessante Antworten bekommen! Lest selbst.

You’re Mine ist eure erste EP. Könnt ihr den Enstehungsprozess der EP beschreiben?

Unsere erste Herausforderung war die Auswahl der richten Songs. Das war für uns nicht einfach, da wir eine Menge Songs und Demos hatten. Dennoch war es uns wichtig, dass die Songs zueinander passen und auch eine Geschichte erzählen.

Nach der Auswahl der Songs haben wir die einzelnen Demos aufgenommen, dabei kamen dann die unterschiedlichen Ideen der Bandmitglieder zusammen. Es war sehr interessant und lustig zu sehen, wie ein Song in viele Richtungen getrieben werden kann. Der erste Song der EP „Days to Come“ hatte beispielsweise 6 oder 7 verschiedene Versionen, die sich alle im Bezug auf Farbe und Stimmung unterschieden.

Ihr stammt aus Tel Aviv. Wie kommt es, dass ihr in Deutschland so präsent seid?

Das letzte Jahr war für uns ein entscheidendes Jahr. Wir tourten durch Europa bevor die EP veröffentlicht wurde, und während dieser Tour haben wir auf verschiedenen Festivals und in coolen Locations in Deutschland gespielt. Wir sind seit kurzem beim Label Virgin unter Vertrag und die machen einen tollen Job, wir erwarten einen großartigen Sommer und werden Deutschland sehr häufig besuchen.

Könnt ihr uns etwas über die Musikszene in Tel Aviv erzählen?

Die Musikszene in Israel und speziell in Tel Aviv ist sehr bunt und vielfältig. Das interessante an eben dieser Musikszene ist, dass sie nicht nur von amerikanischer, britischer und westlicher Musik beeinflusst wird, sondern auch von östlichen Kulturen und Mentalitäten. Hier ist jedes Genre vertreten: Folk, Pop, Electro, Indie usw.

Welchen Einfluss haben die politischen Konflikte in Israel auf euch selbst und auf eure Musik?

Natürlich beeinflusst uns der Konflikt persönlich. Wir leben in Tel Aviv, schon in jungem Alter wird einem hier bewusst, dass die Realität nicht einfach ist, eher traurig. Dennoch sehen wir den Zweck unserer Musik darin, Menschen damit zu berühren und deren Herzen zu erwärmen, sie Gefühle wie Nostalgie oder Romantik fühlen zu lassen, und ihnen vor allem für einige Minuten eine Flucht aus der Realität zu ermöglichen.

 

 

Welche Künstler inspirieren euch persönlich?

Wir werden von alter und nostalgischer Musik inspiriert, von Künstlern wie Edith Piaf, Elvis, Nina Simone oder Nick Drake. Oder auch von alten Soundtracks und Musicals wie „The Sound of Music“ und „For a few dollars more“. Ebenso mögen wir Künstler wie Sufjan Stevens, Lykke Li, Sia, LCD Soundsystem, Bon Iver und viele mehr.

Ihr supportet Annenmaykantereit auf ihrer Tour. Wie kam es dazu?

Wir haben den gleichen Bookingagenten in Deutschland, der hat unsere Musik der Band vorgespielt und denen hat sie sehr gefallen! Wir sind sehr aufgeregt und freuen uns auf die Konzerte als Support für Annenmaykantereit.

Wo seht ihr euch und eure Musik in 10 Jahren?

Keine Ahnung, wir hoffen nur, dass wir weiterhin Musik machen, etwas von der Welt sehen und neue Leute kennen lernen. Und das unsere Musik so viele Ohren wie möglich auf der ganzen Welt erreicht.

Warum sollte man euch Live auf Tour sehen?

Unsere Liveshows unterscheiden sich von unseren Aufnahmen, wir ändern manchmal die Arrangements und das Tempo jedes Songs, sodass jedes Konzert irgendwie besonders ist. Die Shows sind dynamisch und wir glauben, dass es unsere Zuschauer in eine weit entfernte Welt versetzt.

Eine persönlich Frage, da wir dieses Thema vor kurzem diskutiert haben: Digital oder Analog – Streaming und CD oder Vinyl?

Wir sind Romantiker, wir glauben deshalb an die Magie der analogen Welt und mögen den Gedanken, etwas in der Hand zu halten. Etwas, dass man seinen Kindern etwas weitergeben kann wenn man älter wird.

Aber uns sind ebenso die Vorteile des Digitalen und der Welt des Streaming bewusst. Wir fühlen heutzutage die Verbindung zu unseren Hörern, und es ist verrückt, dass unsere Musik so viele Ohren mit dem Klick auf einen Knopf erreicht.

Ein Beispiel: Wir haben mehr als 4 Millionen Wiedergaben auf unserer Spotifyseite – in analogen Zeiten war es unvorstellbar, in so kurzer Zeit so viele Menschen zu erreichen.

Mit welchem Künstler/Musiker würdet ihr gerne mal einen Song aufnehmen?

Wir würden sagen, mit Evyatar Banai, der einer unserer favorisierten israelischen Künstler ist. Er singt auf Englisch – seine Songs und Produktionen sind wunderschön und haben ihren eigenen, einzigartigen Sound den man sofort erkennt und mit ihm verknüpft. Und er sieht wie ein richtig cooler Typ aus.

 

Wer sich von Lola Marsh Live selbst überzeugen möchte, hat dafür im Laufe des kommenden Jahres zahlreiche Gelegenheiten.

Lola Marsh Tour:

11.04.16 München, Muffatwerk Café
12.04.16 Heidelberg, Halle02
19.05.16 Frankfurt, Zoom
20.05.16 Hamburg, Cardinal Sessions Festival, Molotow
21.05.16 Köln, Cardinal Sessions Festival, Gebäude 9
22.05.16 Leipzig, Täubchenthal
23.05.16 Berlin, Musik&Frieden

Lola Marsh als Support von AnnenMayKantereit
30.03.16 Dortmund, FZW (ausverkauft)
01.04.16 Berlin, Tempodrom (ausverkauft)
02.04.16 Rostock, Moya (ausverkauft)
04.04.16 Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft)
05.04.16 Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft)

Lola Marsh Festivaltermine
09.04.16 Between The Beats Festival, Lorrach
28.07.16 Burg Herzberg Festival, Breitenbach bei Herzberg
19.08.16 Dockville Festival, Hamburg

 

Facebook: https://www.facebook.com/Lola8Marsh/

Lars Junker

About author

Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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